Was ich bei Peter Stöger gegen Ende am meisten vermisst habe war ein zu erkennendes Konzept auf dem Platz. Ein Spielsystem mit der man zumindest gegen schwächere Gegner auch mal das Spiel dominieren und kontrollieren kann. Jetzt haben wir Markus Anfang und ein System. Dominanz, Ballbesitz und attraktiven Fußball soll es uns bringen. Also alles das, was uns in der letzten Saison fehlte. Das hört sich erst einmal gut an.

Andererseits habe ich zum Thema Spielsystem und Konzepttrainer eigentlich nur zwei Worte zu sagen.

Stale Solbakken

Klar ist es gut alles auf ein Konzept zu setzen, wenn das Konzept aufgeht. Genauso wie es richtig ist, als auf rot zu setzen, wenn dann tatsächlich rot kommt.

Was mich an Solbakken an meisten gestört hat, war gar nicht sein Konzept. Das hörte sich wie bei Markus Anfang in der Theorie sogar ziemlich gut an und er hatte es ja auch bei einem kleineren Verein in einer kleineren Liga bereits erfolgreich umgesetzt. Was mich gestört hat war das absolute Fehlen eines Plan B. Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, ob es diesen aus Arroganz oder mangelnder Kompetenz nicht gegeben hat.

Aber ich weiß noch, wie der FC seine Gegner immer und immer wieder völlig frei flanken ließ. Immer und immer wieder.

Es ist ja nicht so, dass ich Markus Anfang und seinem System keinen Erfolg gönne. Ich fände es sogar fantastisch, wenn es klappen würde. Allerdings gibt mir der Saisonbeginn nicht allzu viel Hoffnung. Von dem groß angekündigten System habe ich nämlich noch nicht viel erkennen können. Was ich aber gesehen habe, waren viele Gegner, die viel zu frei flanken konnten. Und gegnerische Stürmer, die sich in unserem Strafraum viel zu frei bewegen konnten.

Vor allem die Verbindung zwischen Abwehr und dem Rest der Mannschaft scheint überhaupt nicht zu funktionieren. Zehn Gegentore nach fünf Spielen sprechen da eine deutliche Sprache. Sogar der MSV Duisburg auf dem letzten Platz hat weniger Tore kassiert. Klar haben wir auch die meisten Tore geschossen. Aber hier gilt wie auf dem Platz. Das Gesamtbild passt (noch?) nicht. Das sollte sich schleunigst ändern. Doch wie gesagt. Ich habe da meine Zweifel.

Hoffentlich irre ich mich und Markus Anfang belehrt mich eines Besseren. Falls nicht hat er hoffentlich einen vernünftigen Plan B und ist auch bereit, notfalls darauf umzuschwenken. Wobei. Wenn ich noch einmal darüber nachdenke, dann hoffe ich sogar ein bisschen mehr auf Plan B. Denn selbst wenn der Plan funktioniert, die Mannschaft das System verinnerlicht und die zweite Liga dominiert, bleibt es eben die zweite Liga. In welcher Köln ohne jeden Zweifel eine der Topmannschaften ist. Und für Topmannschaften scheint mir dieses System durchaus geeignet. Diese zweite Liga würden und wollen wir dann aber verlassen.

Wir würden uns also in der Bundesliga wiederfinden. Mit einer Mannschaft, die ein System verinnerlicht hat, um schwächere Gegner zu dominieren. Wer soll das in der ersten Liga sein? Und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, wie es ausgehen würde, wenn wir es mit diesem System und unserem Kader gegen die Bayern probieren.

Deswegen bin ich gegen ein striktes System und für mehr Flexibilität.

Foto: Eduard Bopp / fotobopp.de

5 Kommentare

  1. Günter Jagodzinska

    Ich habe tatsächlich gestern in einem Gespräch die identische Meinung geäußert. Mein Schlusssatz war: Ich hoffe, dass die Mannschaft mit ihrer ganzen Qualität TROTZ Anfang nach dem 34. Spieltag Platz 1 oder 2 belegt.

    Antworten
    • Kölsche Ziege [philtek]

      Ich hoffe einfach, dass sich Anfang flexibler zeigt als Solbakken. Damit wir dank und nicht trotz Anfang aufsteigen.
      Schönen Gruß
      philtek

      Antworten
  2. Alex

    Auch für mich ein interessanter Artikel, denn auch mein Gefühl sagt mir, dass es für die 2. Liga hinhauen wird. Aber gleiches System in der 1. Liga? Hmm… aber als kölsche Jung gibt man die Hoffnung ja nie auf und wer weiß…

    Antworten
      • Kölsche Ziege [philtek]

        Ja, die Null stand. Aber der Gegner hat die Abwehr auch nicht wirklich herausgefordert. Außerdem fand dafür vorne wenig statt. Ich hoffe, irgendwann funktioniert dann auch beides zusammen.
        Gruß
        philtek

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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