Kölsche Ziege https://koelsche-ziege.de Eine weitere WordPress-Seite Fri, 30 Nov 2018 13:00:26 +0000 de-DE hourly 1 Markus wurde am Anfang kritisiert. Ist er jetzt auf dem richtigen Weg? https://koelsche-ziege.de/markus-wurde-am-anfang-kritisiert-ist-er-jetzt-auf-dem-richtigen-weg/ https://koelsche-ziege.de/markus-wurde-am-anfang-kritisiert-ist-er-jetzt-auf-dem-richtigen-weg/#respond Fri, 30 Nov 2018 13:00:26 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=4038

Frage: Was haben Football Leaks und Markus Anfangs Spielsysteme miteinander zu tun? Auf dem ersten Blick nicht viel, auf dem zweiten Blick erhalten wir jedoch eine andere Perspektive auf die Gegenwart und relativiert jede bislang geäußerte Kritik in Richtung Markus Anfang. Aber später mehr… Markus Anfang ist in Köln angetreten mit der Absicht eine Mannschaft [...]

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Frage: Was haben Football Leaks und Markus Anfangs Spielsysteme miteinander zu tun? Auf dem ersten Blick nicht viel, auf dem zweiten Blick erhalten wir jedoch eine andere Perspektive auf die Gegenwart und relativiert jede bislang geäußerte Kritik in Richtung Markus Anfang. Aber später mehr…

Markus Anfang ist in Köln angetreten mit der Absicht eine Mannschaft zu formen, die im 4-1-4-1 ihre Gegner dominiert. Darüber hinaus sollte sie erfolgreich und attraktiv in ihrer Spielweise für den Zuschauer sein. Nehmen wir es vorweg: 12 Spieltage lang (bis zum Spiel beim HSV) ist dies nicht aufgegangen und erst durch den Wechsel in ein 3-5-2 wurde es zuletzt besser.

In Anfangs favorisiertem 4-1-4-1 war unser FC unterm Strich überfordert, die Spieler hatten genug mit sich selbst zu tun gehabt, eine Dominanz auf den Gegner auszuüben war schlichtweg unrealistisch. Im Gegenteil. Die Gegner hatten im Grunde leichtes Spiel mit dem FC. Ohne echten Spielmacher und ohne echte Idee im Spielaufbau war es leicht für den jeweiligen Gegner, dem FC die Räume zu verschließen. Hinzu kamen technische Mängel bei vielen Spielern hinzu, wodurch in den Aktionen das dringend benötigte Tempo gegen tiefstehende Gegner verloren ging. Und obwohl auf dem Papier nahezu jeder Gegner weniger Qualität besitzt als unser FC, war es für diese leicht, unser Mittelfeld zu überbrücken. Entweder wurde dieses mit einem langen Ball direkt überspielt oder es entstand im Zentrum ein Überzahlspiel für die Gegner.

So war unser FC vorne nicht dominant und hinten jederzeit anfällig.

Der Gegner wiederum konnte unseren FC leicht verteidigen und für sich selbst immer dann für Entlastung sorgen, wenn der FC mal im Ansatz so etwas wie Druck aufgebaut bekam. Es lag an der individuellen Qualität einzelner Spieler, dass unser FC viele Resultate positiv – wenn auch glücklich – gestalten konnte. Stellvertretend hierfür die Siege in Bochum (2:0) und St. Pauli (5:3). Es war einfach kein Zufall, dass in den Spielen gegen die weniger glamourösen Paderborner (3:5), Duisburger (1:2) und Heidenheimer (1:1) zu Hause ein einziger Punkt ergattert werden konnte; in keines dieser Spiele war die Favoritenrolle unseres FC erkennbar, geschweige denn die höhere Kaderqualität.

Am Mittwoch vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden saß ich mit Philipp, dem Chefredakteur dieses Magazins, zusammen. Wir unterhielten uns natürlich primär über unseren FC und ich stellte mir dabei wiederholt die Frage, wieso Markus Anfang so stur an seinem 4-1-4-1 festhält, obwohl der Kader in dieser Grundformation auf dem Spielfeld derzeit schlichtweg überfordert ist. Ich fragte, wieso er noch nicht in ein 3-5-2 gewechselt ist, was für diesen Kader logischer ist. „Mensch, das muss er doch als Trainer erkennen!“ waren meine verzweifelten Worte und Gedanken. Und als hätte er unsere Diskussion an jenem Abend mitverfolgt, beschloss Anfang zum Dresden-Spiel seine Grundformation in ein 3-5-2 zu verändern.

Spielsysteme sind relativ. Es ist immer entscheidend, wie ein System auf dem Feld interpretiert wird.

Anfang möchte Dominanz aufbauen, möchte dabei die Flügel nicht hergeben. Im 4-1-4-1 hatte der Gegner jedoch leichtes Spiel diesen Plan zu unterwandern. Der FC stand breit, war im Zentrum jedoch häufig in Unterzahl, da die Mannschaftsteile zum Teil zu weit auseinander standen, und so – wie oben bereits beschrieben, konnte der Gegner sich sehr schnell von den Angriffsversuchen unseres FC befreien. Die technischen Mängel und die fehlenden Ideen im Spielaufbau taten ihr Übriges. Da die Gegner in Liga 2 jedoch regelmäßig über geringere Qualitäten verfügen als unser FC, war es leicht die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das 3-5-2 für mehr Stabilität und vielleicht sogar für so was wie Dominanz führen würde.

Die Gegner unseres FC greifen regelmäßig mit sehr wenigen Spielern an. Ein vierter Mann in der Defensivreihe ist vom Grundsatz daher eine Verschwendung. Eine Dreierkette hat zudem den Vorteil, dass die Spieler darin näher zueinanderstehen. Die vom Gegner oftmals gespielten langen Bälle zur Überbrückung des Mittelfeldes können so leichter verteidigt werden.

Ein Fünfermittelfeld dagegen ermöglicht es auch weiterhin breit zu stehen und die Flügel besetzt zu lassen, verengt durch den hinzugekommenen Mann jedoch das Mittelfeldzentrum. Für die Gegner ist es hierdurch schwieriger Überzahl zu erzeugen, erst recht, wenn die Angriffe vorsichtig mit wenig aufrückenden Spielern vorgetragen werden. Da es dem Gegner dann nicht mehr allzu häufig gelingen wird, sich durch Vorstöße in der Defensive zu entlasten, wird dieser in der Regel sich sogar einige Meter tiefer in die eigene Hälfte fallen lassen, um wenigstens die Räume so eng wie möglich zu machen. Das Fünfermittelfeld bietet dann die Chance den Gegner in seiner Hälfte „einzukesseln“. Im 4-1-4-1 wird die Dominanz in der Regel spielerisch, mit Tempo, mit Präzision und mit Wucht in den eigenen Aktionen erzeugt. Im Fünfermittelfeld erzeugt man bei tiefstehenden Gegner Dominanz über die Raumaufteilung, die eigenen Schwächen im Aufbauspiel können so gegen qualitativ schwächere Gegner kaschiert werden.

Da der Gegner tiefer stehen und umso bemühter sein wird die Räume eng zu halten, ist ein zweiter Angreifer erforderlich. Im besten Fall ergänzen sich beide Angreifer derart, dass sie sich gegenseitig regelmäßig die Räume öffnen, indem sie für die gegnerische Defensive durch rotierendes Spiel untereinander und durch die Unterstützung der dann offensiv agierenden Außen im Mittelfeld nicht greifbar sind.

Dass die Spiele gegen Dresden (8:1) und in Darmstadt (3:0) dann klar gewonnen werden, war trotz Systemwechsel dennoch nicht zu erwarten, bestätigt jedoch, dass der aktuelle Kader zu diesem System derzeit besser passt.

Und was hat das jetzt mit Football Leaks zu tun?

Markus Anfang wurde zeitweise trotz Tabellenführung zum Teil stark kritisiert. Armin Veh beschrieb die Stimmung im Umfeld so, als wäre man Zehnter in der Tabelle und nicht Erster. Für mich war es ebenfalls unverständlich, wieso Anfang so lange an einem weniger vorteilhaften System festhielt, so dass auch ich die Entwicklung kritisch verfolgt habe. Die Kritik – egal wie berechtigt oder unberechtigt diese auch sein mag – muss jedoch zwingend relativiert werden. Zum Einen ist Anfang noch nicht allzu lange Profitrainer, so dass man ihm auch zugestehen muss Fehler machen zu dürfen. Lernt er hieraus und zieht die richtigen Schlüsse ist doch alles gut, anders funktioniert das nicht. Auch Guardiola hat einst Fehler gemacht, aus denen er dann seine Schlüsse gezogen hat, auch wenn es dabei nicht um Aufstiege ging, sondern gleich um Meisterschaften. Zum Anderen – und jetzt sind wir endlich bei den Lehren aus Football Leaks – der Fußball ist in den letzten Jahrzehnten um ein vielfaches kommerzieller geworden, als wir bislang hätten vermuten können.

Ein Blick in unseren Ligen zeigt, dass die sogenannten Traditionsmannschaften auf einen stark absteigenden Ast sind. Ob Eintracht Braunschweig, TSV 1860 München, Karlsruher SC, 1. FC Kaiserslautern (jetzt alle 3. Liga) oder der ehemals „unabsteigbare“ HSV und nicht zuletzt unser FC (während der HSV erstmals in Liga 2 ist, sind für unseren FC in den letzten Jahren die Auf- und Abstiege leider zu einer Gewohnheit geworden), all diese Traditionsmannschaften leiden unter der starken Kommerzialisierung des Fußballs. Durch die fehlende Öffnung bzgl. des 50+1-Konstrukts (dies spiegelt jetzt nicht meine Meinung wieder, sondern ist ein Fakt, den es festzuhalten gilt) ist es für neue und alte Investoren leichter „Nicht-Traditionsvereine“ neu zu strukturieren und nach oben zu finanzieren (die bislang erfolgreichsten sind RB Leipzig und TSG 1899 Hoffenheim), als sich in Traditionsvereinen zu engagieren, wo die bereits existierenden Strukturen (und an denen traditionell gehalten wird) für einen Investor eher ein Hindernis als eine Chance darstellen (siehe auch die Schwierigkeiten Kühnes beim HSV).

Es ist daher fast schon unerheblich in was für Spielsysteme sich Traditionsvereine bewegen, die kommerziell nicht hinterherkommen, da der sportliche Niedergang letztlich nur verlangsamt wird. Es fehlt schlichtweg am Geld, um sich qualitativ wieder nach vorn zu entwickeln und wieder konkurrenzfähig auf höchstem Niveau zu werden und es dann auch zu bleiben. Und fehlt die benötigte Qualität, kann auch ein noch so guter Trainer wenig ausrichten. Werden wir uns dieser Entwicklungen nicht bewusst, dann wird ein Trainer stets den Preis dafür zahlen, dass in Traditionsvereinen Anspruch und Wirklichkeit immer mehr auseinanderdriften und die Entwicklung würde durch häufige Trainerwechsel auch nicht unbedingt gefördert werden. Wenn ein Trainer, ein Management also nicht klar ein unlösbares Problem darstellen, dann muss die Antwort von daher Beständigkeit heißen. In diesem Sinne

Come on FC!

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Wer ist heute der Special Guest? Anthony Modeste! https://koelsche-ziege.de/wer-ist-heute-der-special-guest-anthony-modeste/ https://koelsche-ziege.de/wer-ist-heute-der-special-guest-anthony-modeste/#comments Mon, 19 Nov 2018 14:22:08 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=4031

Anthony Modeste ist zurück beim Fc. Freude? Entsetzen? Wut oder einfach nur Erstaunen? Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Doch das Ganze erinnert mich stark an eine Romantikkomödie. Was für ein Drehbuch. Und zwar kein moralüberfrachteter Arthouse-Film mit langatmigen bedeutungsschwangeren Dialogen, bei denen der Kopf viel stärker als das Herz gefordert wird. [...]

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Anthony Modeste ist zurück beim Fc.

Freude?
Entsetzen?
Wut oder einfach nur Erstaunen?

Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Doch das Ganze erinnert mich stark an eine Romantikkomödie. Was für ein Drehbuch. Und zwar kein moralüberfrachteter Arthouse-Film mit langatmigen bedeutungsschwangeren Dialogen, bei denen der Kopf viel stärker als das Herz gefordert wird. Nein, ein herrlich leichter Hollywood-Blockbuster. Tony alias Anthony Modeste (30) und der viel ältere Effzeh (70) lernen sich im Sommer kennen. Trotz der augenscheinlichen Unterschiede passt es. Auch wenn es keine Liebe auf den ersten Kick ist, wird doch nach und nach etwas Ernstes daraus. Sie lernen sich kennen und werden ein eingespieltes Team.

Dann der Bruch.

Auf dem emotionalen Höhepunkt verdreht ihm eine reiche Schönheit aus China den Kopf, wackelt verführerisch mit der Brieftasche und lockt mit ihren Reizen. Tony hört auf falsche Freunde, stürzt sich in eine heiße Affaire. Es fallen unschöne Worte, Autotüren knallen und er lässt den FC allein zurück. Das Ende?

Nein, nicht in Hollywood. Nicht in Köln. Hennes heult sich die Augen aus, lässt sich gehen – und zwar bis in die 2. Liga. Es scheint alles verloren. Doch da merkt Tony, was er an ihm hatte. Es war spürbar anders. Demütig kommt er zurück und nach ersten zarten Annäherungsversuchen, fasst er sich schließlich ein Herz. Der Showdown: Tony geht am großen Abend des FC vor aller Augen auf die Bühne, schnappt sich das Mikrofon und gesteht seine Liebe. Verwunderte Blicke, dann aufbrandender Applaus. Die Kamera fährt über das glückliche Paar, das mit glasigen Augen eng beieinander steht und sich schwört
„mir schwöre dir he op treu und op lier, mir stonn zu dir FC Köööölle“.
Ende.

Soweit der Film, doch wie gehen solche Romanzen nach dem Abspann weiter? Was wird aus dem wieder vereinten Paar? Gipfelt es in einer vertrauensvollen Ehe oder kracht es wieder?

Was mich angeht, ich wünsche den beiden nur das Beste. Auch wenn Tony für einen echten Traumprinz die Aufrichtigkeit fehlt. Mein Herz hängt nun mal am FC und wenn der glücklich ist, bin ich es auch.

„Auf das er Tore sprechen lässt – Anthony Modeste!“

Das ist übrigens ein Gastbeitrag von meinem Kumpel Rene, der irgendwie beim Thema Modeste gerne eskaliert und seinen Senf dazu abgeben muss. Mich stört es nicht 🙂

Foto: Eduard Bopp / fotobopp.de

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Zu schön, um schön zu sein https://koelsche-ziege.de/zu-schoen-um-schoen-zu-sein/ https://koelsche-ziege.de/zu-schoen-um-schoen-zu-sein/#comments Tue, 13 Nov 2018 09:41:30 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=4027

In den letzten Wochen war ja beim FC die Stimmung eher mau. Genau wie meine Meinung über das, was beim FC geschah. Dann war es auf einmal Samstag, Müngersdorf, 13:00 Uhr Irgendjemand hatte behauptet, gegen Dresden gäbe es nur alkoholfreies Bier. Deswegen hatten wir vorgeglüht. Was letztlich nicht notwendig war, die Stimmung aber in keinster [...]

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In den letzten Wochen war ja beim FC die Stimmung eher mau. Genau wie meine Meinung über das, was beim FC geschah.

Dann war es auf einmal Samstag, Müngersdorf, 13:00 Uhr

Irgendjemand hatte behauptet, gegen Dresden gäbe es nur alkoholfreies Bier. Deswegen hatten wir vorgeglüht. Was letztlich nicht notwendig war, die Stimmung aber in keinster Weise negativ beeinflusste. Auch nicht, dass die KVB uns zügig und völlig entspannt nach Müngersdorf brachte. Beim Bier vorm Kuckuck dann noch die Mannschaftsaufstellung. Doppelspitze. Genauso so, wie wir es uns  schon länger gewünscht hatten. Die Hymne verursachte wie gewohnt Gänsehaut. Alles war also gut. Doch wie wir wissen kann der 1. FC Köln aus einem guten Tag ganz schnell einen beschissenen Tag machen. Tatsächlich kann der FC das sogar verdammt gut.

Nicht an diesem Samstag. Die Hymne ist gerade erst verhallt, als das Trömmelche zum ersten Mal ertönte. Wer hatte getroffen. Cordoba natürlich. Auf der Tribüne um uns herum ertönen die ersten. „Ich hab es ja immer gesagt!“ Sicher.

Dann passierte erst einmal nichts, was in Führung liegend gar nicht so verkehrt ist. Und dann traf Simon Terodde. Das hatten in der Tat einige vorher gesagt.

Denn wenn et Trömmelche jeht

Danach ging es entspannt in die Pause. Ein schönes, wenn auch ungewohntes Gefühl.

Die zweite Halbzeit beginnt mit gelb/schwarzem Rauch. Habemus Dresden. Ist zwar verboten, sieht aber sehr geil aus. Als sich der Rauch eine Minute später verzogen hat, nutzt Terodde die freie Sicht für seinen zweiten Treffer.

dann stonn mer all parat

Kurze Zeit später trifft – Wir hatten es ja immer gesagt – wieder Jhon Cordoba.

Cococordoba Cordoba Cococordoba!

Ein klarer Ohrwurm, den ich gerne noch viel öfter hören würde.

Wiederum fünf Minuten schlägt dann unser Kapitän zu.

un mer trecke durch die Stadt

Nochmal fünf Minuten später trifft dann wieder Terodde. (16 Tore am 13. Spieltag sind jetzt echt nicht ganz scheiße. Wollte ich nur mal erwähnen.)

un jeder hätt jesaat

In der 72. Minute beschließt dann Baris Atik.

„Wenn wir hier schon abgeschossen werden, dann schieße ich wenigstens das geilste Tor des Tages!“

Für genau sechs Minuten stimmt das auch, doch dann denkt sich Louis Schaub. „NÖ!“

Sein traumhafter Schlenzer von der Strafraumgrenze bringt den FC auch in dieser Hinsicht wieder in Front.

Kölle Alaaf, Alaaf

Und kurz vor Schluss darf auch Hector noch einmal ran.

Kölle Alaaf

8:1 in Worten acht zu eins und in D-Mark umgerechnet 16:2 hat unser FC Dynamo Dresden verprügelt. Und das nach den traurigen Auftritten der letzten Wochen. Das ist natürlich schön. Wunderschön. Irgendwie sogar zu schön. Zumindest für mich.

Am Ende taten mir die Dresdner leid. Vor allem der arme Torhüter und die Fans. Zugegebenermaßen hatte ich vor dem Spiel keine hohe Meinung von den Dresdner Fans und bin da immer noch kritisch. Aber was die über mehr als 90 Minuten an Support abgeliefert haben war beeindruckend. Vor allem in Anbetracht des Spielstands. Ganz großen Respekt dafür.

Vielleicht wäre mir deshalb ein 6:1 mit dem schönsten Tor für Dresden als Ergebnis lieber gewesen.

Aber wenn sowas in Zukunft meine größten Sorgen in Bezug auf unseren 1. FC Köln sein sollten, könnte ich vermutlich damit leben.

Foto: Eduard Bopp / fotobopp.de

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Systemfehler oder nur ANFANGsschwierigkeiten? https://koelsche-ziege.de/systemfehler-oder-nur-anfangsschwierigkeiten/ https://koelsche-ziege.de/systemfehler-oder-nur-anfangsschwierigkeiten/#comments Wed, 19 Sep 2018 16:38:36 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=4018

Was ich bei Peter Stöger gegen Ende am meisten vermisst habe war ein zu erkennendes Konzept auf dem Platz. Ein Spielsystem mit der man zumindest gegen schwächere Gegner auch mal das Spiel dominieren und kontrollieren kann. Jetzt haben wir Markus Anfang und ein System. Dominanz, Ballbesitz und attraktiven Fußball soll es uns bringen. Also alles [...]

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Was ich bei Peter Stöger gegen Ende am meisten vermisst habe war ein zu erkennendes Konzept auf dem Platz. Ein Spielsystem mit der man zumindest gegen schwächere Gegner auch mal das Spiel dominieren und kontrollieren kann. Jetzt haben wir Markus Anfang und ein System. Dominanz, Ballbesitz und attraktiven Fußball soll es uns bringen. Also alles das, was uns in der letzten Saison fehlte. Das hört sich erst einmal gut an.

Andererseits habe ich zum Thema Spielsystem und Konzepttrainer eigentlich nur zwei Worte zu sagen.

Stale Solbakken

Klar ist es gut alles auf ein Konzept zu setzen, wenn das Konzept aufgeht. Genauso wie es richtig ist, als auf rot zu setzen, wenn dann tatsächlich rot kommt.

Was mich an Solbakken an meisten gestört hat, war gar nicht sein Konzept. Das hörte sich wie bei Markus Anfang in der Theorie sogar ziemlich gut an und er hatte es ja auch bei einem kleineren Verein in einer kleineren Liga bereits erfolgreich umgesetzt. Was mich gestört hat war das absolute Fehlen eines Plan B. Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, ob es diesen aus Arroganz oder mangelnder Kompetenz nicht gegeben hat.

Aber ich weiß noch, wie der FC seine Gegner immer und immer wieder völlig frei flanken ließ. Immer und immer wieder.

Es ist ja nicht so, dass ich Markus Anfang und seinem System keinen Erfolg gönne. Ich fände es sogar fantastisch, wenn es klappen würde. Allerdings gibt mir der Saisonbeginn nicht allzu viel Hoffnung. Von dem groß angekündigten System habe ich nämlich noch nicht viel erkennen können. Was ich aber gesehen habe, waren viele Gegner, die viel zu frei flanken konnten. Und gegnerische Stürmer, die sich in unserem Strafraum viel zu frei bewegen konnten.

Vor allem die Verbindung zwischen Abwehr und dem Rest der Mannschaft scheint überhaupt nicht zu funktionieren. Zehn Gegentore nach fünf Spielen sprechen da eine deutliche Sprache. Sogar der MSV Duisburg auf dem letzten Platz hat weniger Tore kassiert. Klar haben wir auch die meisten Tore geschossen. Aber hier gilt wie auf dem Platz. Das Gesamtbild passt (noch?) nicht. Das sollte sich schleunigst ändern. Doch wie gesagt. Ich habe da meine Zweifel.

Hoffentlich irre ich mich und Markus Anfang belehrt mich eines Besseren. Falls nicht hat er hoffentlich einen vernünftigen Plan B und ist auch bereit, notfalls darauf umzuschwenken. Wobei. Wenn ich noch einmal darüber nachdenke, dann hoffe ich sogar ein bisschen mehr auf Plan B. Denn selbst wenn der Plan funktioniert, die Mannschaft das System verinnerlicht und die zweite Liga dominiert, bleibt es eben die zweite Liga. In welcher Köln ohne jeden Zweifel eine der Topmannschaften ist. Und für Topmannschaften scheint mir dieses System durchaus geeignet. Diese zweite Liga würden und wollen wir dann aber verlassen.

Wir würden uns also in der Bundesliga wiederfinden. Mit einer Mannschaft, die ein System verinnerlicht hat, um schwächere Gegner zu dominieren. Wer soll das in der ersten Liga sein? Und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, wie es ausgehen würde, wenn wir es mit diesem System und unserem Kader gegen die Bayern probieren.

Deswegen bin ich gegen ein striktes System und für mehr Flexibilität.

Foto: Eduard Bopp / fotobopp.de

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In Kölle we call it a Neuanfang https://koelsche-ziege.de/in-koelle-we-call-it-a-neuanfang/ https://koelsche-ziege.de/in-koelle-we-call-it-a-neuanfang/#comments Fri, 06 Jul 2018 16:16:31 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=3997

Die kölsche Ziege war eine Weile offline. Das lag zum Teil an den neuen Datenschutzbestimmungen. Zu einem nicht unerheblichen Teil aber auch an mangelnder Motivation. Ihr versteht sicher, warum. Vor vielen Jahren schrieb ich mal einen Beitrag mit dem Titel. Warum der Kölner keine Domina braucht. Damals hatten wir uns fast schon gewöhnt an das [...]

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Die kölsche Ziege war eine Weile offline. Das lag zum Teil an den neuen Datenschutzbestimmungen. Zu einem nicht unerheblichen Teil aber auch an mangelnder Motivation. Ihr versteht sicher, warum.

Vor vielen Jahren schrieb ich mal einen Beitrag mit dem Titel.

Warum der Kölner keine Domina braucht.

Damals hatten wir uns fast schon gewöhnt an das permanente Leiden. Abstieg, Aufstieg und dann das Ganze wieder von vorn. Wir litten, aber wir wussten, worauf wir uns einließen. Eben wie bei einer Domina. Doch dann wurde die Domina #effzeh lieb und schlug uns nicht mehr. Stattdessen gab sie uns Liebe. Nicht nur für ein Jahr wie in der schlechten alten Zeit. Stattdessen schien der 1. FC Köln endlich wieder eine längerfristige Beziehung mit der ersten Bundesliga einzugehen. Eben wie in der guten alten Zeit.

Die Qualifikation für Europa setzte dem Ganzen dann die Krone auf und versetzte uns auf Wolke sieben. Es war Liebe, es war Glückseligkeit, es war einfach nur schön. All das wurde dann mit einem brutalen und kompromisslosen Tritt in die Eier beendet. Und nachdem ich mich schon so an Kuscheln statt Sado-Maso gewöhnt hatte, musste ich damit erst einmal klarkommen.

Weh tut es immer noch und ich bin auch sicher noch nicht darüber hinweg. Aber ich habe es akzeptiert. Und ich weiß, dass solche Höhen und Tiefen zum 1. FC Köln dazugehören. Denn Durchschnitt zu sein liegt dem Kölner und insbesondere dem FC überhaupt nicht. Das ist mit ein wenig Abstand betrachtet zwar immer noch schmerzhaft aber immer noch besser als ein langweiliger 08/15 Club zu sein.

Deswegen geht die Ziege jetzt auch wieder online und der FC macht einen Neustart in der zweiten Liga. Eines macht mir dabei Hoffnung.

Als wir mit der Kölschen Ziege im Jahr 2012 zum ersten Mal online gingen, war der #effzeh auch gerade in die zweite Bundesliga abgestiegen. Sechs Jahre später spielten wir in London.

Freuen wir uns also auf das Jahr 2024.
Dann sehen wir uns in Mailand.  

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Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Egal, 2018 ist ein neues Jahr! https://koelsche-ziege.de/wer-wie-was-wieso-weshalb-warum-egal-2018-ist-ein-neues-jahr/ https://koelsche-ziege.de/wer-wie-was-wieso-weshalb-warum-egal-2018-ist-ein-neues-jahr/#comments Mon, 08 Jan 2018 14:39:16 +0000 http://koelsche-ziege.de/?p=3985

Schon lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das liegt neben meiner Faulheit vor allem am 1. FC Köln. Meinem Verein, dem besten Verein der Welt. Einem Verein, dem ich jetzt seit mehr als 30 Jahren als Fan die Treue halte. Ich erinnere mich an Spieler wie Ilgner, Litti und Icke genauso wie an Donkov, [...]

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Schon lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das liegt neben meiner Faulheit vor allem am 1. FC Köln.

Meinem Verein, dem besten Verein der Welt.

Einem Verein, dem ich jetzt seit mehr als 30 Jahren als Fan die Treue halte. Ich erinnere mich an Spieler wie Ilgner, Litti und Icke genauso wie an Donkov, Voigt und Cichon.

In den letzten 30 Jahren hat der 1. FC Köln wenige Höhen und viele Tiefen durchschritten.

Es gab Vizemeisterschaften, DFB-Pokalfinale, Halbfinale im Uefa-Cup, Abstiege, Aufstiege, Sandhausen und Meppen, München und Turin. In 30 Jahren passiert halt eine ganze Menge und bei einem Verein wie dem 1. FC Köln eben noch viel mehr.

Gefühlt war das Jahr 2017 ungefähr wie 30 Jahre FC-Fan sein.

Da war ja alles drin. Wir starten als solider, seriöser Verein, der sich ein ganz kleines bisschen Hoffnung machte, vielleicht bald wieder international zu spielen. Verdient hätten wir es nach der Rückrunde nicht, aber sonst wollte ja keiner.

Bähm! Platz fünf! Europa! Euphorie! Eskalation! Womit? Mit Recht!

Natürlich bin ich auch eskaliert. Aber kaum dass ich ein paar Tage später wieder nüchtern war, wurde mir etwas klar.
Europa war nur eine Momentaufnahme. Viel wichtiger war, dass der 1.FC Köln wieder ein feiner Club geworden war, wie der Tünn immer so schön sagt. Alles schien zu passen. Sportlicher Erfolg, dazu fantastische Stimmung. Ob bei den Fans, innerhalb der Mannschaft, zwischen Team und Trainer, zwischen Trainer und Manager…

Man kam sich schon fast vor wie im Li-La-Laune-Land. Mir war schon klar, dass dies nicht ewig so weitergehen würde.

Aber ich war mir zwei Dinge sicher.
Erstens: Der FC steigt nicht ab
Zweitens: Dieser Verein fällt so schnell nicht auseinander!

Ich befürchte, ich habe mich in beiden Punkten getäuscht. Und noch etwas ist mir klar geworden. Der zeigte Punkt trifft mich härter. Schmadtkes Abgang war schon hart, hatte aber wohl seine Gründe. Aber die Entlassung von Peter Stöger hat in mir und dem Verein etwas kaputt gemacht. Die Art, der Zeitpunkt. Da stimmte nix. Momentan ist der 1.FC Köln jedenfalls kein feiner Club mehr und das stimmt mich noch trauriger als der sportliche Misserfolg.

Lange habe ich überlegt und stehe dazu:
Ich wäre lieber mit Peter Stöger als feiner Club in die zweite Liga gegangen als das.

Aber ich darf weder entscheiden, was beim FC geschieht, noch ob der FC mein Verein bleibt. Beides sind Fakten mit denen ich leben muss. Auch 2018. Mit neuem Trainer und neuem Manager. Die hoffentlich mehr Glück haben, als ihre Vorgänger im letzten halben Jahr.

Möge der FC wieder ein feiner Club werden und vielleicht sogar das Wunder schaffen.

Foto: Herbert Bucco / upgradecologne.de

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Von der Scheiße am Fuß https://koelsche-ziege.de/von-der-scheisse-am-fuss/ https://koelsche-ziege.de/von-der-scheisse-am-fuss/#comments Mon, 16 Oct 2017 14:03:17 +0000 http://koelsche-ziege.de/?p=3973

Es war der grosse Denker und Philosoph Andreas Brehme, der einst die weisen Worte sagte. Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß. Ich dachte ja eigentlich das Zitat handele von Scheiße am Schuh und nicht am Fuß. Doch der große Philosoph sagte Fuß und das trifft es auch besser. Denn einen Schuh [...]

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Es war der grosse Denker und Philosoph Andreas Brehme, der einst die weisen Worte sagte.

Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß.

Ich dachte ja eigentlich das Zitat handele von Scheiße am Schuh und nicht am Fuß. Doch der große Philosoph sagte Fuß und das trifft es auch besser. Denn einen Schuh kann man ausziehen und wechseln. Mir dem Fuss muss man leben. Und aktuell auch mit der Scheiße daran. Besser als mit diesen Zitat kann man das Spiel in Stuttgart und die aktuelle Situation des FC leider nicht beschreiben.

Die Mannschaft begann gut gegen die Schwaben. In Anbetracht von Tabellenplatz und Stimmungslage sogar sehr gut. Sie zeigten, dass sie wollten und noch wichtiger. Es auch können. Zumindest bis es darum geht, ein Tor zu machen. Und genau da sind wir wieder bei der Scheiße am Fuß. Natürlich fehlt uns Modeste. Ohne jeden Zweifel. Aber in der letzten Saison, also ohne Scheiße am Fuß, hätten wir in der ersten halben Stunde in Stuttgart auch ohne Modeste ein Tor geschossen. Dann wäre Osakos Ding drin gewesen. Oder Lehmanns Fernschuss. Oder irgendwem wäre ein Abpraller zum Abstauben vor die Füsse gefallen. Einfach aus Gründen der Wahrscheinlichkeit.

Doch nicht mit Scheiße am Fuß. Mit Scheiße am Fuß landet dann Özcans Fehlpass dann auch direkt beim Gegner und mit Scheiße am Fuß nutzt der das auch direkt eiskalt aus. Mit Scheiße am Fuß wird dank noch dazu falscher Entscheidung des Videoschiedsrichters (schon bei dem Wort kriege ich mittlerweile die Krise) aus einem Elfer und einem vermeintlichen Sieg innerhalb weniger Minuten eine ganz bittere Niederlage. Doch

Wäre, wäre, Fahrradkette

Wie ein anderer großer Philosoph des Fußballs neulich erklärte.
Machen wir und nichts vor. Dass unser FC so bitter dasteht hat nicht nur mit Pech und Fehlentscheidungen zu tun. Aber auch. Und es würde für den Anfang schon einmal helfen, diese Scheiße vom Fuß loszuwerden.

Denn sonst singen wir bald.

Eines Tages, eines Tages, wird’s geschehen. Dann dann fahren wir nach Sandhausen um…

Noch ist es nicht soweit. Und es soll bitte auch nie wieder soweit kommen. (außer Sandhausen steigt auf)

Darum bitte ich Dich lieber Fußballgott. Nimm die Scheiße von unserem Fuß und gib sie an jemand anders weiter. (es gibt da z.B. so einen Ponyhof)
Den Rest machen dann Stöger und seine Jungs.
Glaube ich, hoffe ich…

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Foto des Monats https://koelsche-ziege.de/foto-des-monats/ https://koelsche-ziege.de/foto-des-monats/#comments Wed, 04 Oct 2017 08:00:36 +0000 http://beta.koelsche-ziege.de/?p=3522

Zwölf Monate, zwölf Fotos. Die Entwicklung des 1. FC Köln in Bildern und ohne Worte

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Zwölf Monate, zwölf Fotos. Die Entwicklung des 1. FC Köln in Bildern und ohne Worte

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Oder: Wenn ich Euch mal eine Woche allein lasse. Ja ich gebe zu, meine Urlaubsplanung war wieder einmal etwas ungeschickt. Andererseits konnten wir bei der Buchung ja nicht ahnen, dass der FC wieder im Europapokal spielen würde. Unser Timing war jedenfalls überragend schlecht Während des Hinflugs verlor der 1. FC Köln in Augsburg, was mir [...]

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Oder: Wenn ich Euch mal eine Woche allein lasse.

Ja ich gebe zu, meine Urlaubsplanung war wieder einmal etwas ungeschickt. Andererseits konnten wir bei der Buchung ja nicht ahnen, dass der FC wieder im Europapokal spielen würde. Unser Timing war jedenfalls überragend schlecht

Während des Hinflugs verlor der 1. FC Köln in Augsburg, was mir dann den Start in den Urlaub etwas vermieste.

Doch das war auf Teneriffa schnell vergessen. Auch weil der FC in London endlich ebenfalls wieder international unterwegs war.

Nun ist man in heutigen Zeiten dank moderner Technik nicht mehr komplett fernab jeglicher Informationen. Aber eben auch nicht mitten drin. Die Kneipe in der ich gucken wollte hatte nur Sky und kein Sport1, weswegen es keinerlei Vorberichte zu sehen gab. Das versuchte ich über Twitter etc. nachzuholen.

Meine Informationskette und die daraus resultierenden Emotionen verliefen wie folgt.

20.000 Kölner in London. Geil!

Video vom Fanmarsch gesehen. Gänsehaut pur. Stolz! Zum ersten Mal in meinem Leben wäre ich lieber in London als auf Teneriffa. DU BIST MEIN VEREIN, ICH LIEBE DICH!

Versuchter Blocksturm, je nach Quelle bis zu tausende randalierende Kölner. Angeblich wird der Nazigruß gezeigt und überall ins Stadion gepinkelt. Die Schande von London eben. Und schon ist das tolle Gefühl vorbei. Scham, Wut.

Verschiebung um eine Stunde. Angeblich steht das Spiel kurz vor der Absage. Warum machen diese Idioten alles kaputt?

Das Spiel beginnt dann doch. Man hört nur Kölner. Aus gefühlt allen Blöcken, Kurven, Ecken und Kanten des Stadions. Das tolle Gefühl ist wieder da. Gänsehaut und Pipi in den Augen!

Jhon Cordoba, ja genau der, schießt den FC in Führung. Und wie! Totale Eskalation. Ok, wir sind nur drei Kölner in der Kneipe aber der Laden bebt.

Gegentore und der Rest des Spiels. Selten war mir ein Ergebnis so egal wie dieses. Ich genieße wie die Fans den Europapokal und sich selbst feiern und tue das Gleiche.

Am nächsten Tag relativiert sich dann die Schande von London Schritt für Schritt. Am Ende sagten sogar die Engländer, dass es noch nie eine so fantastische Stimmung im Emirates Stadium gegeben hat. Punkte haben wir zwar nicht geholt. Aber was bleibt, sind die Emotionen und das Wissen. Europa – Wir sind wieder da!
Fußballerisch wie erwartet unterlegen, fantechnisch bis auf ein paar Ausnahmen auf Champions League Niveau. Also eigentlich auch wie erwartet.

So konnte ich mich entspannt und zufrieden zurücklehnen und weiter meinen Urlaub genießen. Jetzt musste der 1. FC Köln nur noch in der Liga wieder in die Spur kommen.
Wo sollte das besser klappen als bei einem unserer Lieblingsgegner der letzten Jahre. Die Dortmunder liegen uns einfach.

Ich sitze mit dem Smartphone im Flieger. Da dieser etwas Verspätung hat, bekomme ich noch die ersten paar Minuten über den Ticker mit. Nach dem schnellen Gegentor dachte ich noch:

Jetzt kann es eigentlich nur noch besser werden.

Dann schaltete ich in den Flugmodus. Und den hätte ich besser nicht mehr verlassen. Denn zurück in Deutschland und in der Realität teilt mir Twitter als erstes mit, dass wir in Dortmund nicht nur verloren, sondern eine bittere Packung bekommen haben. Soviel zum Thema Lieblingsgegner.

Zweifacher Videobeweis und eventuellem offiziellen Protest um eine Spielwiederholung zu erzwingen inklusive. Damit (ich gehe davon aus, dass der Protest falls er kommt scheitert) ist der schlechteste Saisonstart aller Zeiten perfekt oder eben gerade nicht. Bei Facebook und in diversen Foren las ich sogar schon Sätze wie Stöger raus oder Schmadtke macht den Verein kaputt. Ernsthaft?

Das ist mir alles ein bisschen viel Drama und Probleme. Ich war doch nur acht Tage weg. Könnte ich bitte den 1. FC Köln wiederhaben, der mir in den letzten Jahren so viel Freude bereitet hat.

Auch wenn es dann langweiliger wäre.

Foto: Eduard Bopp / upgradecologne.de

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100% FC – Dein Verein sollte auch deiner bleiben! https://koelsche-ziege.de/100-fc-dein-verein-sollte-auch-deiner-bleiben/ https://koelsche-ziege.de/100-fc-dein-verein-sollte-auch-deiner-bleiben/#comments Thu, 31 Aug 2017 07:22:21 +0000 http://koelsche-ziege.de/?p=3947

Lange ist es ruhig geblieben beim 1. Fußballclub Köln! Und wenn es nach dem Wllen fast aller Fans, vor allem aber nach dem der Vereinsführung geht, dann hat das auch gefälligst so zu bleiben. Aber da hat sich doch tatsächlich ein kleines Häufchen von Revoluzzern aufgemacht, um diese Ruhe zu stören. Nicht genug damit, es [...]

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Lange ist es ruhig geblieben beim 1. Fußballclub Köln! Und wenn es nach dem Wllen fast aller Fans, vor allem aber nach dem der Vereinsführung geht, dann hat das auch gefälligst so zu bleiben. Aber da hat sich doch tatsächlich ein kleines Häufchen von Revoluzzern aufgemacht, um diese Ruhe zu stören. Nicht genug damit, es wird sich sogar gewagt, Misstrauen auszusprechen und öffentlich darüber nachzudenken, was mit dem Verein 1.FC Köln passieren könnte, wenn satzungsgetreu Dinge entschieden werden und ob dies zum Wohle des Vereins geschehen würde.

Skandal! Da kann man als Präsidium schon mal bockig werden! Zurecht?

Was möchte die Faninitiative „100% FC – Dein Verein“ eigentlich?

In zahlreichen Interviews erklärt Philipp Herpel, einer der Initiatoren, dass es die aktuell gültige Satzung dem Präsidium des Vereins erlaubt, ohne Zustimmung der Mitglieder 24,9%, also gut ein Viertel der Anteile an einen Investor zu verkaufen, ohne hierzu die Mitglieder zu befragen, geschweige denn abstimmen zu lassen. Ich wusste das nicht und ich bin mir sicher, dass dies einem Großteil der Fans und Mitglieder ebenfalls nicht bewust war.

Man könnte sagen: Ein Viertel, dann bleiben ja immer noch gut 75% der Anteile beim Verein! Ich sage: Währet den Anfängen, denn schon jetzt werden viele Vereine im deutschen Fußball die Geister, die sie einst riefen, nicht mehr los.

So zum Beispiel 1860 München: Ein Investor kostetete den Verein nach der Niederlage in der Relegation sogar den Verbleib im Profifußball, denn dieser, der einst eine neue Ära in München einleiten wollte und Bayern München den Kampf ansagte, verweigerte die Zahlung einer „Startgebühr“ für die dritte Liga! Was folgte, war der Absturz in die Regionalliga, wo 1860 jetzt den Neuanfang starten muss – übrigens immer noch mit dem ungeliebten Investor als Klotz am Bein.

Selbst die großen Bayern haben Anteile verkauft – insgesamt genau die knapp 25% die auch beim FC aktuell noch verkauft werden könnten. Ein Drittel davon, also etwas mehr als 8% sollen es sein – haben die Bayern an ihren Ausrüster Addidas verkauft. 75 Millionen Euro soll dies einst in die Kasse der Bayern gespült haben. Schnelles Geld für kurzfristige Investionen! Es führte aber auch dazu, dass der Ausrüster nun miteintscheidet, wie viel dieser Ausrüstervertrag nun pro Saison wert ist. Bis ins Jahr 2030 haben sich die Bayern an Adidas gebunden. Es ist von 60 Millionen Euro pro Saison die Rede, was sich zunächst einmal nach einer Menge Geld anhört und viele andere Vereine wären froh, wenn sie diese Summen einstreichen könnten. Wäre der Ausrüstervertrag jedoch frei verhandelbar, könnten die Bayern weit mehr als diese Summen kassieren – Barcelona rückt auch hier wieder ein Stückchen weiter weg, da sie pro Saison rund 100 Millionen von ihrem Ausrüster kassieren.

Nun soll es aber nicht um andere Vereine gehen, sondern um unseren, meinen Club, den 1.FC Köln, der wie Phönix aus der Asche mit wenigen Mitteln, cleverem Management und klugen präsidialen Entscheidungen nach 25 Jahren wieder europäisch spielt und finanziell besser denn je dasteht. Und dennoch zeigen die oben angeführten Beispiele, wie schnell selbst der Verkauf geringer Anteile langfristig Nachteile mit sich bringt, die vielleicht beim Entschluss, diese zu verkaufen, noch gar nicht absehbar sind.

Sollte der 1. FC Köln nicht stolz darauf sein, das Erreichte ohne finanzielle Unterstützung von Investoren hinbekommen zu haben und auch zukünftig alle Entscheidungen selbt in der Hand zu haben? In diesen Zeiten unvostellbar hoher Ablösesummen und Rekord-TV-Geldern ist es ja schon fast ein Alleinstellungsmarkmal, 100% der Anteile in den eigenen Reihen zu halten. Der FC ist eben „Spürbar anders!“.

Im Übrigen betonen Herpel und seine Mitstreiter immer wieder, dass ihr Vorstoß kein Angriff auf Vorstand und Management ist und die Arbeit der Clubführung wird in den höchsten Tönen gelobt und wergetschätzt. Auch der Zeitpunkt der Einbringung nach Abschluss der Saison zeigt, mit wie viel Weitsicht und Wohlwollen die Initiative vorgeht! Handelt so jemand, der dem Verein schaden will oder Misstrauen gegenüber der Vereinsführung zum Ausdruck bringen will?

Ich denke nein!

Präsident Spinner und der Rest des Präsidiums und das Management des FC sehen dies aber anders.

„Wir betrachten den Antrag als Misstrauen!“ wird der Präsident zitiert und während der Saisoneröffnung des Clubs vor ein paar Wochen bekräftigt er diese Einschätzung noch einmal auf der Bühne vor über 50.000 Menschen. Wahrscheinlich war dies die Reaktion auf das nicht angemeldete Verteilen von Flyern, die für die Ideen der Initiative 100% FC – Dein Verein Werbung machen sollten. Aber selbst auf diesen Flyern wird ausdrücklich auf die gute Arbeit von Vorstand, Präsidium und Management hingewiesen und betont, dass es sich um einen konstruktiven Vorschlag zum Wohle des Clubs handelt.

Warum reagiert das Präsidium also so dünnheutig? Ärgert sich hier jemand, dass dieser bislang eher unbekannte Passus der Satzung öffentlicher gemacht werden soll? Hat man vielleicht sogar vor, in absehbarer Zeit zumindest einen satzungskonformen Teil der Anteile zu veräußern und der Vorstoß kommt deshalb zu einem ungünstigen Zeitpunkt?

Herpel unterstellt dies nicht, möchte aber seinen Verein auch gegenüber anderen Präsidien schützen, die vielleicht in ein paar Jahren nicht mit so viel Wohlwollen und Weitsicht das Wohl des Vereins im Blick haben.

Misstrauen kommt bei mir einzig und alleine dadurch auf, dass dieses legitime und basisdemokratische Vorgehen eines Antrags auf Satzungsänderung von Seiten der Vereinsführung als Misstrauen gewertet wird. In Zeiten, in denen überall unpolitisches Verhalten und undemokratische Strukturen angeprangert werden könnte der Präsident ein klares Signal setzen und feststellen:

„Der Verein 1.FC Köln mit seinen bald 100.000 Mitgliedern ist stolz darauf, dass sich diese Mitglieder Gedanken über das Wohl, die Zukunft und die möglichen Auswirkungen präsidialer Entscheidungen machen und Anträge zu Satzungsänderungen einbringen, auch wenn diese nicht der Meinung des Präsidiums entsprechen. Wenn wir aber gezielt große Werbekampagnen starten, um noch mehr Mitglieder für den FC zu begeistern, dann müssen wir den Mitgliedern auch das Recht einräumen, die Satzung zu hinterfragen und Änderungswünsche einzubringen, ohne dies zu werten, denn das ist das Grundprinzip eines demokratisch geführten Vereins. Daher begrüßen wir den Anrag und stellen ihn auf der kommenden Mitgliederversammlung zur Abstimmung!“

Immerhin wurde der Antrag zugelassen, aber ein fader Beigeschmack bleibt und die „Unruhe“ wurde nicht durch die Initiative, sondern durch den Umgang mit dieser in den Verein hineingetragen.

Ich kann dieses flammende Plädoyer für die Kampagne übrigens guten Gewissens halten, da ich kein Mitglied bin und von daher über jedlichen Verdacht erhaben bin. Ich überlege jedoch ernsthaft, Mitglied zu werden, um den Antrag der Inititive auf der kommenden Jahreshauptverhandlung aktiv untertützen zu können.

Vielleicht steckt am Ende gar eine neue Werbecampagne zur Gewinnung neuer Mitglieder hinter der offenen Kritik am Vorgehen von 100&% FC – Dein Verein?

Wohl eher nicht, aber bei mir hat sie funktioniert!

In diesem Sinne: Come on FC! Auf eine erfolgreiche Zukunft mit der großartigen Vereinsführung und bald über 100.000 kritischen Mitgliedern.

 

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