Peter Stöger ist als Fußballer viel herumgekommen – in Österreich. Er kickte in so namhaften Mannschaften wie First Vienna FC, FC Untersiebenbrunn und – mein persönlicher Favorit – Favoritner AC in der Wiener Stadtliga! Allerdings schaffte er es auch von der zweiten Mannschaft der Wiener Austria in seinem letzten aktiven Jahr ins Profiteam, bevor er dort in der Saison 2005/2006 seine Karriere als Fußballer beendete.

Immerhin ist Peter Stöger 65-facher Österreichischer Nationalspieler und schaffte es hier wenigstens ein paar Mal aus seinem Heimatland heraus. 1998 nahm er beispielsweise an der WM in Frankreich teil und kam dort auf 2 Einsätze.

Was Peter Stöger als Vereinspieler nicht schaffte, gelang ihm dann als Trainer bislang auch nicht. Alle seine Trainerstationen sind in der Alpenrepublik anzusiedeln und seine bislang letzte – die des Cheftrainers bei der Wiener Austria – ließ er sich sogar etwas kosten, da er seinen Transfer vom SC Wiener Neustadt zu den „Veilchen“ selber mitfinanzierte, da er aus einem gültigen Vertrag herausgekauft werden musste. Eine nicht unbedeutende Nebensache, die weiter unten noch einmal thematisiert wird.

Und jetzt? Nun kommt das große Köln; endlich ein Verein außerhalb Österreichs, endlich – so Peter Stögers großer Wunsch – die deutsche Bundesliga! Falsch! Da müssen wir korrigieren, es handelt sich nur um Liga zwei der deutschen Bundesliga, aber Peter Stöger kann sich seinen Traum von der Bundesliga vielleicht in schon einem Jahr selber erfüllen, denn das große Ziel des FC wird auch im kommenden Jahr der Aufstieg sein. Aber kann er dem FC bei diesem großen Projekt wirklich helfen?

Checken wir einmal die Situation:

Wie wird der Neue bei Kölns berüchtigter Presselandschaft ankommen?

Wahrscheinlich ganz gut! Mit seinem Wiener Schmäh passt er gut in die Karnevalshochburg und sich damit gut an die kölsche Lebensart an. Zudem haben seine Interviews oft den Hang zur Realsatire gepaart mit klugen Analysen. Darüber hinaus geht er sehr charmant und humorvoll mit den Pressevertretern um. Das dürfte ihm seinen Start in der Medienstadt Köln um einiges erleichtern.

Und seine  Philosophie von Fußball? Kann die dem 1.FC Köln weiterhelfen?

Ich glaube schon! Peter Stögers Fußballphilosophie ist eine offensive, auf ein 4-3-3-, je nach Gegner und Spielstand auch auf ein 4-1-4-1-System ausgerichtete. Er legte in vielen Spielen der letzten Saison, als er mit der Austria österreichischer Meister wurde, sehr viel Wert auf eine schnelle Balleroberung durch konsequentes Pressing. Eigentlich eine Spielweise, mit der gegnerische Mannschaften unserem FC das Leben mit schöner Regelmäßigkeit schwer machen. Kann also nicht schaden, sich selber ein solches System anzueignen; und offensiven Fußball haben wir in Köln schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Könnte also passen, des Peters Vorstellungen von Fußball.

Wie lange wird Peter Stöger denn in Köln Trainer bleiben?

Das ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich wird er genau so lange Trainer beim 1.FC Köln bleiben, bis der erste Bundesligist aus Liga eins seinen Trainer entlässt und beim FC um die vorzeitige Vertragsauflösung Peter Stögers bittet. Dieser beteiligt sich dann zur Hälfte an der geforderten Ablösesumme und kann den Verein wechseln. Hat doch vorher schon zweimal wunderbar geklappt! Verträge sind nicht so wichtig!

Warum sollte es denn unbedingt Peter Stöger sein?

Weil er eigentlich all das scheinbar kann und hat, was die Verantwortlichen beim 1.FC Köln für einen baldigen Wiederaufstieg zu benötigen glauben. Er kann aus einer Mannschaft mit vielen jungen, unbekannten und meist auch unerfahrenen Spielern das Maximale herausholen – zumindest klappte das in Österreich in der letzten Saison. Darüber hinaus scheint er ein Händchen dafür zu haben, Spieler aus den eigenen Jugendmannschaften wohldosiert an die erste Mannschaft heranzuführen. Das ist dem FC ja sehr wichtig, da so „billige“ Spieler ihren Marktwert steigern und dann „teuer“ verkauft werden können.

Also genau der richtige Mann für den Job?

Das muss man sicherlich differenzieren. Er dürfte bei allen rund um unseren Fußballclub gut ankommen! Seine Art, Fußball spielen zu lassen, wünschen wir uns in Köln seit den 90er Jahren sehnsüchtig zurück. Es bleibt abzuwarten, ob er mit dieser Philosophie Erfolg haben wird und ob nicht auch er nach einem Saisonstart wie in der letzten Spielzeit wieder zum guten, nein furchtbaren Kick&Rush zurückkehren wird.

Was der FC braucht, ist einen neuen Neuanfang und einen Trainer, der langfristig ein Team mit Perspektive aufzubauen im Stande ist und: seine Verträge einhält! Warum die Verantwortlichen des FC sich die Verpflichtung Peter Stöger in wirtschaftlich – sagen wir einmal – unangenehmen Zeiten knapp 600.000€ haben kosten lassen, wird dieser erst noch beweisen müssen. Vielleicht hätte eine interne Lösung auch die Voraussetzungen erfüllt, die die FC-Führung in der Arbeitsplatzbeschreibung „Trainer Profimannschaft des 1.FC Köln“ notiert hat.

Warten wir es also ab: im Frühjahr 2014 sind wir schlauer –

Herzlich willkommen, Peter Stöger, beim geilsten Club der Welt und in der schönsten Stadt Deutschlands!

Foto: © Herbert Bucco / www.ligafoto.de

5 Kommentare

  1. Alex

    Und mittlerweile ist nicht nur der Peter da. Seit gestern nun auch seine Frau! 😀
    Herzlich Willkommen Ihr beiden und alles Gute Euch und somit auch unserem EFFZEH!

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    • Koelsche Ziege [buebster]

      Es bleibt einfach abzuwarten, was der Kollege Stöger kann. Bislang habe ich einen ganz guten Eindruck – ist aber noch vor der Saison! Vielleicht ist es ja der Volltreffer, von dem ganz Köln träumt; quasi ein neuer Messias…

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Über den Autor

Christoph Braunisch (buebster): Geboren genau 14 Jahre und einen Tag nach dem großen Pierre Littbarski und ausgerechnet in dem Jahr, in dem die A-Junioren des 1.FC Köln die erste von insgesamt drei Vizemeisterschaften feiern konnten. Seitdem FC-infiziert und bei fast allen Heimspielen live am Start und bei Auswärtspartien meganervös vor dem Fernseher. Im Übrigen genau wie diverse große FC-Torhüter während des Sportstudiums vom großen Quäler Rolf Herings gepeinigt.

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