Köln, 22.08.2015, 2. Spieltag

1. FC Köln – VfL Wolfsburg 1:1

1:0 Zoller (30.), 1:1 Bendtner (83.).
Einen Punkt gewonnen oder zwei Punkte verschenkt? Es war mehr drin in einem Spiel, dass bis zur Kölner Führung nach 30 Minuten alles andere als attraktiv war. Zweifellos profitierte unser FC von den passiven, weil wechselwilligen, De Bruyne und Perisic. In Gedanken längst bei Manchester City und Inter Mailand agierten beide so wie man agieren muss, um ja nicht durch eine Verletzung die Transfers zu gefährden. Hecking hat seinem Team einen Bärendienst erwiesen beide aufzustellen und so agierte Wolfsburg im Grunde genommen das ganze Spiel in Unterzahl. Zu neunt bis zur Auswechslung Perisics und zu zehnt die restlichen 16 Minuten, in denen Wolfsburg dann endlich „aufwachte“ und „mit einem Mann mehr“ dann auch endlich zu Chancen kam. Kein Zufall also, dass in diesen Spielminuten nicht nur der Ausgleich fiel, sondern auch fast noch der Siegtreffer für Wolfsburg. In der Nachspielzeit konnte der FC einmal auf der Linie klären und sich einmal bei Horn und der Latte bedanken, dass man am Ende nicht mit leeren Händen dastand. Der FC hat es zweifelsohne in den ersten 74 Minuten versäumt den berühmten „Sack“ zuzumachen, als man mit einer 1:0-Führung im Nacken gegen praktisch „neun“ Wolfsburger die eine oder andere Großchance zum 2:0 liegengelassen hat. Am Ende muss man mit der Punkteteilung zufrieden sein.
Dem Spielverlauf nach ist 1 Punkt berechtigt.
Verhältnis tatsächlich geholte Punkte zu Punkte, die dem Spielverlauf entsprechen: 4:1

Köln, 29.08.2015, 3. Spieltag

1. FC Köln-Hamburger SV 2:1

0:1 Holtby (47.), 1:1 Hosiner (76.), 2:1 Modeste (81., Elfmeter).
Rote Karte: Spahic (HSV, 79.).
Ein guter Schiedsrichter zeichnet sich dadurch aus, dass er unauffällig bleibt. Rückt ein Schiedsrichter jedoch in den Mittelpunkt der Diskussionen und kann man diesen auch nach mehrmaliger Zeitlupenstudie nicht wirklich entlasten, so kann man sich des Gefühls nicht entledigen, dass dieser entscheidend in das Spiel eingegriffen hat. So geschehen beim Spiel zwischen dem FC und dem HSV. Die Einen (der HSV) haderten mit Schiedsrichter Aytekin aus Oberasbach, die Anderen (unser FC) mussten zugeben, dass Modeste in der Szene die zur roten Karte von Spahic und dem anschließenden Elfmeter geführt hat eigentlich über die eigenen Beine gestolpert ist. Bei freier Sicht für Schieds- und Linienrichter ein gravierender Fehler. Und während der HSV einen Elfmeter gegen sich bekam, der keiner war, bekam er in der Nachspielzeit keinen zugesprochen als man diesen hätte pfeifen können (Handspiel Risse). Und so gewann der FC am Ende ein Spiel mit dem gewissen Quäntchen Glück, während der HSV Pech hatte und verlor. Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient, doch Schiedsrichter Aytekin sah das anders…
FC hätte dem Spielverlauf nach 1 Punkt holen dürfen, tatsächlich geholt wurden jedoch 3 Punkte.
Verhältnis tatsächlich geholte Punkte zu Punkte, die dem Spielverlauf entsprechen: 7:2

Frankfurt am Main, 12.09.2015, 4. Spieltag

Eintracht Frankfurt-1. FC Köln 6:2

1:0 Meier ( 4.), 2:0 Castaignos (15.), 3:0 Meier (23.), 3:1 Modeste (28.), 4:1 Castaignos (30.), 5:1 Seferovic (73.), 5:2 Heintz (81.), 6:2 Meier (87.).
Es musste ja irgendwann so kommen. Wenn man bei eigenem Ballverlust im Spiel nach vorne auch zum wiederholten Male nicht schnell genug umschaltet, gallig versucht den verlorenen Ball zurück zu erobern und es so dem Gegner ermöglicht wiederholt in riesige Lücken vorzustoßen, dann hat man aus den ersten 3 Saison-Spielen möglicherweise nicht die richtigen Schlüsse gezogen. Anstatt an den gezeigten Schwächen zu arbeiten, ruht man sich auf die erzielten Ergebnisse aus. So als würde der Erfolg von alleine kommen. Der klassische Fehler bei einem Erfolg ist jedoch der, dass man sich diesen zu Kopf steigen lässt und man dem Irrglauben verfällt, dass man alles nun ruhiger und bequemer angehen könne, da man einfach nur gut sei. Falsch! Jeder Erfolg fußt auf harte Arbeit. Selbst die Bayern gewinnen Woche für Woche nur deswegen souverän, weil sie trotz der höheren Qualität im Vergleich zur Konkurrenz Tag für Tag im Training hart arbeiten und die Spiele stets konzentriert und mit hoher Intensität angehen. Unser FC zeigte in Frankfurt leider das hässliche Gesicht eines Teams, das sich besser wähnte, als dies in Wahrheit der Fall ist. Merkmal einer Illusion ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese zerbricht und so verwundert es nicht, dass der Tag kommen musste, an dem unser FC zerbricht. 2:6 in Frankfurt – gefühlt auch in der Höhe in Ordnung – und ein FC der zu hässlich aufgetreten ist, um wahr zu sein. Mund abwischen und nach vorne schauen, in der Hoffnung, dass das diesmal keine Illusion ist…
Dem Spielverlauf nach sind die 0 Punkte berechtigt.
Verhältnis tatsächlich geholte Punkte zu Punkte, die dem Spielverlauf entsprechen: 7:2

Morgen geht es weiter mir dem  Derby und den restlichen Spielen

Foto: © Herbert Bucco / www.ligafoto.de

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2 Kommentare

  1. Kölsche Ziege [philtek]

    Gute Analyse vom Tony!
    Bin gespannt auf den Rest.
    Eine Sache gilt aber noch festzuhalten.
    Besser:

    „Verhältnis tatsächlich geholte Punkte zu Punkte, die dem Spielverlauf entsprechen: 7:2“

    als das Gegenteil. Das hatten wir in der Vergangenheit oft genug.
    Gruß
    philtek

    Antworten
  2. Alex

    Interessanter Artikel und das Auflisten der tatsächlichen Punkte gegenüber denen, die ehrlich verdient gewesen wären. Bin da ganz auf Eurer Linie. Man darf gespannt sein, wie es morgen weitergeht.

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Über den Autor

Antonio Bozza (machiavelli14): Geboren am 31. Spieltag 1974, als der FC im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz nicht nur 3:1 in Wuppertal gewann, sondern in einer Liga spielte, in welcher Bayer Leverkusen noch nicht auf der Landkarte erschien und es mit dem Stadtrivalen Fortuna Köln einen prestigeträchtigen Absteiger gab. Erstmals im Stadion am 18.09.1982 als einer von 14.000 Zuschauern beim 2:1-Heimerfolg gegen Werder Bremen und seitdem vom FC-Fieber gepackt...

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