Zwei Tage vor Weihnachten ist es soweit. Derbytime in Düsseldorf. Die Voraussetzungen sind nicht so, wie sie vor der Saison zu erwarten waren. Oder allerhöchstens von Optimisten. Mit bereits 36 Punkten ist der 1.FC Köln schon vor dem Spiel sicher Herbst- und Wintermeister. Winterkönig sowieso.

Wir stehen damit außerdem elf Punkte vor der ungeliebten Fortuna aus Düsseldorf, die vor kurzem den Mike Büskens entlassen hat. Mike Büskens? Da war doch was. Das war doch eben jener Trainer, den der 1.FC Köln angeblich unbedingt vor der Saison wollte, der aber stattdessen lieber in die verbotene Stadt wechselte. Ganz im Gegenteil zu Jörg Schmadtke, bei dem es ganz anders herum war. Das sind nur zwei Beispiele für die ewig währende Rivalität zwischen Gut und Böse, Dom und Dumm, Kölsch und Alt, Höhnern und Hosen, Hennes und was immer die für ein albernes Maskottchen haben.

Doch seien wir ganz ehrlich und auch wenn wir es nicht gerne hören. Köln und Düsseldorf verbindet mehr als nur der Rhein. Beide Vereine sind Traditionsclubs mit mehr Geschichte als Gegenwart, obwohl Düsseldorf natürlich weder in der Historie noch in der Aktualität mit Köln mithalten kann. Beide Vereine haben fanatische Fans, wobei auch hier die Kölner natürlich die Nase vorn haben. Man merkt, ich kann mir selbst bei der Aufzählung von Gemeinsamkeiten keine Spitzen gegen diesen albernen Verein aus der albernen Stadt mit dem albernen Bier verkneifen.

Und das ist doch das tolle an solchen Spielen. An echten Derbys voller Emotionen bei denen man zwar auf Feinde aber eben auf Lieblingsfeinde trifft. Selbst in der zweiten Liga können daraus Momente entstehen, an die wir uns lange erinnern. Mal himmelhochjauchzend mal zu Tode betrübt. Aber genau deswegen sind wir doch Fußballfans und nicht für Spiele deren Emotionsniveau zumindest von gegnerischer Seite durch gefühlte 17 mitgereiste Sandhausener Fans auf dem Niveau von Seniorenbingo liegen.

Deswegen möchte ich einen Satz aussprechen, der eigentlich meine sofortige Exkommunizierung aus der kölschen Kirche zur Folge haben müsste und der sich beim Schreiben so anfühlt, als würde er und zwar völlig zu Recht Löcher in meine Tastatur fressen.

Danke, dass es Fortuna Düsseldorf gibt.

Mögen sie jedes Spiel gegen Köln verlieren, vom Altbier innerlich zerfressen werden und sämtlichen Fans der Fortuna später der Zutritt zum Fußballhimmel verwehrt werden.

Aber danke, dass es Vereine wie Fortuna Düsseldorf gibt. Denn nur dank ihnen gibt es Derbys und Duelle für dir es sich lohnt Fußballfan zu sein. Denn was sind große Helden ohne Erzfeinde? Was wäre der kölsche Superman ohne Superschurken wie die Lex Luthors aus Düsseldorf?

Eben. Und genau deswegen freuen wir uns auf´s Derby. Noch besser als ein Derby ist übrigens nur noch ein gewonnenes Derby.

Also auf geht´s Kölle, kämpfen und siegen!

P.S. Bei aller Freude über das Derby und der Hoffnung, dass es gewaltfrei bleibt, finde ich, dass man es mit gegenseitigem Verständnis auch übertreiben kann. Ein Beispiel dafür ist meiner Meinung nach der Song und das Video „Et kölsche Hätz“ von der Milden Horde.

Ming Hätz bleibt jedenfalls in Kölle. Denn das Spiel sollte auch ein Derby bleiben. Ohne uns auf die Fresse zu hauen, aber deswegen müssen wir doch nicht gleich kuscheln. Das ist schließlich Fußball und keine Weihnachtsfeier der Waldorfschule. Wir tanzen ja auch nicht unsere Namen.

Aber ganz abgesehen davon. Milde Horde!!!

Wie geil ist denn dieser Name 🙂

Foto: © Herbert Bucco / upgradecologne.de

3 Kommentare

  1. Alex

    Das Derby kann kommen. Ich bin bereit und ich hoffe der FC auch. Auch ich mag Derbys, das Knistern, die Rivalität ist in gewissen Zügen auch noch gesund und gar motivierend aber alles was darüber geht, schießt über das Ziel hinaus. Es sollte stets ein Fußballfest bleiben und zu keinem Krieg ausarten. Danke!
    Come on EFFZEH!

    Antworten
  2. Sascha

    Ich freue mich auch aufs Derby. Lieber wäre mir bereits in diesem Jahr das große Derby gegen Gladbach. Egal, nächstes Jahr 🙂

    PS: Der Song ist grausam!

    Antworten

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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