Du bist keine Schönheit
Vor Arbeit ganz grau
Du liebst dich ohne Schminke

Herbert Grönemeyer, 1984

Eine altbekannte und viel zu oft gehörte Beschreibung von Herbert Grönemeyer, die für Bochum genauso zutrifft wie für Peter Neururer, dessen Traum es schon immer war, Trainer jedes x-beliebigen Vereins zu sein. Und gegen diesen grauen VFL Bochum und seinen ergrauten Trainerclown musste der 1.FC Köln nun seine erste Saisonniederlage einstecken. Ausgerechnet jetzt da wir nach dem grandiosen vier zu null gegen die rostigen Eisernen von Union Berlin selber begannen, an unsere Unbesiegbarkeit zu glauben.

Und ausgerechnet dann steht auf einmal die Null vorne statt hinten. Was gefühlt umso schlimmer ist, weil eben jener Peter Neururer den Sieg seiner Bochumer in seiner gewohnt bescheidenen Art bereits vorher verkündet hat. Was auch schmerzt, ist dass die Niederlage völlig unnötig war und wir mit souveränen vier Punkten Vorsprung viel entspannter in die Länderspielpause gehen könnten.

Das ist bitter für den Moment, aber vielleicht hilfreich für das große Ganze. Man stelle sich nur einmal vor, der 1.FC Köln hätte in Bochum gewonnen. Am besten noch so souverän, wie gegen Berlin. Dann hätte der kölsche Boulevard die Mannschaft vermutlich dermaßen in den Himmel gelobt, dass sie irgendwann selbst daran geglaubt hätte, mindestens so gut wie Bayern München und absolut unschlagbar zu sein. Peter Stöger wäre zum Messias und gleichzeitig am Elften im Elften in Personalunion noch zum Karnevalsprinzen gekürt worden.

Und so? Stehen wir immer noch auf Platz eins, was vermutlich vor der Saison jeder mit großer Begeisterung unterschrieben hätte. Gleichzeitig aber ist der 1.FC Köln wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Statistiken zeigen übrigens, dass dies aufgrund der extrem geringen Realitätsschwerkraft in Köln nur sehr selten der Fall ist. Genau auf dem Boden jener Realität muss allerdings der Aufstieg klargemacht werden.

Vielleicht schadet es daher nicht, wenn Spielern und Trainer noch einmal klargemacht wurde, dass es noch deutlich Luft nach oben gibt und erst die Anfangsetappen der Tour de Aufstieg erfolgreich absolviert wurden. Denn Helden, Messiasse und Prinzen werden nur im Karneval am 11.11. und im Fußball erst am Ende der Saison gekürt.

Darum, Mund abwischen und weiter geht´s. Der Anfang ist gemacht und den Rest kriegt Peter Stöger mit Ujah, Helmes, Risse und Co auch noch hin.

Foto: © Eduard Bopp / upgradecologne.de

2 Kommentare

  1. Alex

    Irgendwann musste es halt die erste Niederlage setzen. Und irgendwie hatte ich es an diesem Spieltag auch im Gefühl. Ja, vielleicht sogar im Urin! 😉 Gegen Bochum und Neururer verloren wir auch letztes Jahr, als er zu Bochum kam. Und dieses Jahr hat es sich leider wiederholt. Aber dennoch, Platz 1. Jetzt mal eine kleine Verschnaufpause und danach gegen den Drittletzten, da sollten die nächsten 3 Punkte wieder fällig sein. Come on EFFZEH!
    P.S. Habe mir ein Karnevals-Trikot reserviert! 😀

    Antworten
  2. Hans

    Der FC hat in dieser Saison auch oft Glück gehabt, wo sie in der vergangenen Spielzeit noch Pech hatten. Alles in allem musste die Niederlage mal kommen, man sollte es auch nicht zu tragisch nehmen.
    Ich wäre nur sauer gewesen, wenn man 4 oder 5 Stück kassiert hätte aber 1:0 kann man mal verlieren. Wobei es nicht unbedingt nötig war… 😉 Solange jetzt keine Negativserie startet…

    Antworten

Gib einen Kommentar ab

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

Vielleicht auch interessant