Sowohl Kevin „Macka“ McKenna als auch Adil „Ronaldo“ Chihi werden in der nächsten Saison nicht mehr für den 1.FC Köln auflaufen. Damit verlassen die beiden dienstältesten Profis das aufsteigende Schiff.
Abgesehen davon, dass beide lange für unseren Effzeh spielten haben die beiden allerdings nicht viel gemeinsam.

Auf der einen Seite die kanadische Eiche, die in unzähligen Spielen mit Kraft und Willen der Turm in der Abwehrschlacht gewesen ist.
Auf der anderen Seite der marrokanische Feigenbaum, der in viel zu wenigen Spielen mit seiner Technik und seiner Spielfreude die gegnerische Abwehr durcheinandergewirbelt hat.

Ich gehöre zu denen, die sich immer wieder fragten, warum Adil Chihi dies so selten gelang. Das Talent hat er ohne Zweifel. Nicht ohne Grund, wenn auch völlig übertrieben sagte Christoph Daum einstmals über ihn.

Adil Chihi ist eines der größten Talente, die wir in Deutschland habenChristoph Daum, 2008

und verglich ihn gar mit Cristiano Ronaldo.

Adil Chihi vom 1. FC Köln (2012)

Adil Chihi (2009)

Doch leider hat Adil Chihi es nur in der Kategorie traurig gucken in die Liga von Cristiano Ronaldo geschafft. Gerade in seiner Anfangszeit erinnerte mich Chihi oft an eines dieser traurig und gleichzeitig niedlichen Misereor Kinder, die einen meist in der Weihnachtszeit auf Plakaten und Anzeigen zu Spenden animieren sollten. Und ich hätte für ihn gespendet. Was traurigerweise mein hauptsächliches Gefühl in Bezug auf Adil Chihi beschreibt. Mitleid.
Denn ich hätte es ihm, uns und dem Verein gegönnt, dass das ewige Talent irgendwann den Durchbruch geschafft hätte. Doch egal, woran es letztlich lag, es hat nicht sollen sein.

Kevin McKenna vom 1. FC Köln (Meister der 2. Bundesliga 2013/14) hebt Meisterschale in die Höhe

Kevin Mckenna mit Meisterschale

Kommen wir von Talent zu Kevin McKenna, was irgendwie ein gewagter Übergang ist. Der hat sich den Titel Fußballgott zwar ohne jeden Zweifel verdient, aber ganz sicher nicht aufgrund seines überragenden Fußballtalents. Stattdessen weil er immer kämpfte, wollte, rannte und ackerte. Weil er keinen Ball abschenkte und nie aufgab. Weil er immer professionell und ein Vorbild war. Mit anderen Worten, weil Kevin McKenna genau das war, was Adil Chihi nicht war.
Ich gehe sogar soweit, folgendes zu behaupten.

Mit Adil Chihis Talent hätte Kevin McKenna nicht beim 1.FC Köln sondern bei Real Madrid gespielt.

Adil Chihi hätte mit Kevin McKennas Talent auch nicht beim 1.FC Köln, sondern in der Kreisklasse gespielt.
Jetzt spielen sie jedenfalls beide auch nicht mehr für den Effzeh. Aus unterschiedlichen Gründen und mit ganz unterschiedlichen Verabschiedungen. Macka völlig verdient mit Standing Ovations und Fußballgott-Sprechchören. Chihi nicht ganz so verdient sogar mit einigen Pfiffen. Meiner Meinung muss so etwas nicht sein. Wie ich schon erwähnte guckt der arme Adil doch schon traurig genug.
Jedenfalls möchte ich beiden für alles danken, was sie für den 1.FC Köln getan haben.
Maacht et jot.

Fotos: Eduard Bopp / Herbert Bucco upgradecologne.de

2 Kommentare

  1. Alex

    Japp, Danke Kevin. Auf Wiedersehn müssen wir hier ja wohl nicht sagen, bleibt er doch in irgendeiner FC-Funktion dem Team erhalten.
    Zu Adil, da bin ich gespannt, wo und wie er woanders anfängt. Denn Talent hat er, nur gehe ich davon aus, dass er sich selbst im Wege steht. Er sieht oder sah sich zumindest als bereits Großer, als er noch keiner war. Und jetzt… erstmal vereinslos.
    Alles Gute Euch beiden und Danke für das, was war!

    Antworten
  2. Kölsche Ziege [philtek]

    Wenn man ihn wiedersieht, ist Auf Wiedersehen ja doch erst recht angebracht. Und den Macka sieht man gerne wieder.
    Bei Chihi hast Du recht. Solche gescheiterten Talente gibt es leider immer wieder. Ich würde ihm aber wünschen, dass er noch irgendwie die Kurve kriegt.
    Gruß
    philtek

    Antworten

Gib einen Kommentar ab

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

Vielleicht auch interessant