Wie bereits beschrieben ist die kölsche Ziege ein Geißbock und noch dazu seit 1950 das offizielle Maskottchen des 1. FC Köln. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Nehmen wir zuerst das wichtigste. Maskottchen sind vor allem Glücksbringer. Bis heute haben sich Hennes und seine sieben Nachfolger an diesem schwierigen Job versucht. Zuerst mit Erfolg. Im Februar 1950 stand der 1. FC Köln in der Tabelle ungefähr da, wo er heute steht. Sprich: Mittendrin, mit einer gefährlichen Tendenz nach unten. Doch kaum war Hennes an Bord, holten Weisweilers Mannen aus elf Spielen 20:2 Punkte. Wäre es doch nur immer so weiter gegangen.

Doch ausgerechnet im entscheidenden Spiel gegen Abstiegskandidat Bielefeld trat man dann ohne den Geißbock an und verlor prompt als haushoher Favorit. Spätestens jetzt wurde Hennes Mythos als Glücksbringer geboren. Seitdem machten er und seine Nachfolger den Job mal mehr, mal weniger gut. Hennes I. hat sich dabei nichts vorzuwerfen. Immerhin verhalf er dem 1. FC Köln zu zwei deutschen Meisterschaften. Sein Nachfolger brachte uns immerhin noch einen Pokalsieg. Der dritte Hennes hingegen ging als erster Geißbock ohne Titel in die Annalen ein.

Hennes IV zeigte dann allen, wo der Hammer hängt. Mit ihm gewann Köln 1977 den Pokal und schaffte ein Jahr später sogar das Double, den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Nicht ohne Grund schrieben die Höhner im zu Ehren die Single „Unsre Bock es Meister“. Sein Nachfolger verhalf den Kölnern kurz nach Amtsantritt noch einmal zum Pokalsieg, doch seitdem ging es steil bergab. Die größten Erfolge von Hennes VI bis zum heutigen Hennes VIII bestehen leider aus Aufstiegen. Doch wir wären keine Kölner, wenn wir nicht daran glauben würden, dass es besser wird.
Irgendwann wird eine kölsche Ziege Hennes IV in den Schatten stellen.

Abschließend bleibt zu sagen. Auch wenn er nicht immer Glück bringt, ist es gut, den Hennes zu haben. Nicht, weil ein Geißbock so ein tolles Tier ist. Er ist mal bockig, mal zickig, mal unmotiviert, hin und wieder auch eine Diva und meckert die ganze Zeit.
Also genau wie der 1. FC Köln.

Außerdem hat Hennes uns vor einem großen Übel bewahrt. Wer jemals bei einem Auswärtspiel war, weiß, wovon ich rede. Oder wollt Ihr einen schlechtbezahlten Studenten, der in einem albernen Tierkostüm steckt und Euch im Stadion eine Mischung aus Animateur und schwulem Backroundtänzer aufführt?

Ich jedenfalls nicht. Und darum lobe ich mir die kölsche Ziege. Sie macht nichts anderes, als dumm herumzustehen, zu meckern und hin und wieder auf den heiligen Rasen zu pinkeln oder zu kacken.

Das würde ich mir auch von anderen Maskottchen wünschen.

Copyright Foto: Wuestenigel

Weitere Infos:

Was ist das für eine Ziege? (Teil 1)

Was ist das für eine Ziege? (Teil 2)

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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