Vor gut einem Jahr hatten wir keinen Trainer, keinen Manager und dafür ein verdammt großes Fragezeichen, was die Zukunft angeht. Dann kamen erst Stöger, dann Schmadtke, dann eine überzeugende Saison, dann der Aufstieg. Dieser wurde gebührend gefeiert. Zumindest von Fans und Mannschaft. Die Mannen um Stöger, Schmadtke und Jakobs scheinen hingegen statt mit Kölsch mit Wasser angestoßen zu haben. Oder die Jungs arbeiten auch betrunken weiter.

Denn die Saison ist gerade erst vorbei, das erste Trainingslager hat noch nicht einmal begonnen, kein wichtiger Spieler scheint den Verein zu verlassen und der 1.FC Köln hat mit Olkowski, Mavraj, Vogt, Svento und Osako schon fünf Neuzugänge verkündet. Und es ist gerade erst Anfang Juni.

Dazu kommt, dass diese Neuzugänge nicht teuer waren: Olkowski, Mavraj (beide ablösefrei), Vogt (1,5 Mio. laut Medien), Svento (0,6 Mio dank Ausstiegsklausel) und Osako (ebenfalls dank AK für 1,5 Millionen) und auch noch wunderbar ins Konzept und in die Mannschaft zu passen scheinen. Sie verstärken die Mannschaft und machen sie variabler ohne das in den letzten beiden Jahren mühsam aufgebaute Gefüge zu zerstören.

Mergim Mavray vom 1. FC Köln jongliert vor den Kranhäusern mit dem Ball

Mergim Mavray vor den Kranhäusern

In der Abwehr hat Rechtsverteidiger Pawel Olkowski als polnischer Nationalspieler genug Qualität um Druck auf Miso Brecko auszuüben und ihn zumindest mittelfristig zu ersetzen. Innenverteidiger Mergim Mavraj ist aus meiner Sicht vielleicht nicht besser aber auch keinen Deut schlechter als Kevin Wimmer und Dominic Maroh. Das bedeutet nicht nur erhöhten Konkurrenzkampf um die Stammplätze in der Innenverteidigung, sondern auch immer eine gleichwertige Alternative bei Sperren oder Verletzungen. Außerdem soll nach den Aussagen der Verantwortlichen noch ein weiterer Innenverteidiger kommen. Stellenbeschreibung: Erfahrener, kopfballstarker Rechtsfuß. Hört sich gut an.

Kevin Vogt vom 1.FC Köln, im Hintergrund Fernsehturm und Köln Tower

Kevin Vogt vor dem Kölnturm

Im Mittelfeld soll Dusan Svento über die linke Außenbahn wirbeln und kann als Bonus wohl auch im Notfall Jonas Hector auf der Linksverteidigerposition ersetzen. Kevin Vogt (woran liegt es eigentlich, dass beim Effzeh immer mindestens zwei Kevins spielen? Egal.) bringt neben seiner Bundesligaerfahrung mit Augsburg Qualitäten mit, die in der Bundesliga für den 1.FC Köln noch wichtiger sein werden, als in der abgelaufenen Saison. Mit 1,94 Meter Größe verfügt er über die körperliche Präsenz und die Kopfballstärke um den Kreativspielern den Rücken freizuhalten. Gerade gegen stärkere Gegner wird das wichtig sein.

Für den Sturm wurde Yuya Osako (Ich setze übrigens 100 Euro, dass wir in der nächsten Saison mindestens einmal eine Schlagzeile mit HalleYuya lesen) von 1860 München verpflichtet. Der japanische WM-Teilnehmer ist laut Friedhelm Funkel

ein sehr laufstarker, aggressiver Angriffsspieler, der technisch sehr gut ist und einen sehr guten Abschluss hat.

Yuya Osako von 1860 München im Zweikampf mit Marcel Risse vom 1. FC Köln

Yuya Osako lernt seine Mitspieler kennen

Das hört sich gut an und wahrscheinlich schadet es auch nicht wenn Mr. Chow Nagasawa einen Landsmann im Team hat. Und man verhandelt offensichtlich weiterhin mit Simon Zoller!

Ehrlich gesagt frage ich mich ein wenig. Haben wir mit Helmes, Ujah, Finne und jetzt auch noch Osako nicht schon eine beeindruckende Auswahl an Kandidaten für die Startelf?

Jörg Schmadtke begründet das Interesse wie folgt.

Wenn man guckt, wer in den letzten Jahren abgestiegen ist, erkennt man schnell, dass am Ende oft zu wenig Tore geschossen wurden

Schmadtke erklärt weiterhin:

Dem wollen wir in unserer Planung Rechnung tragen. Außerdem lässt der Trainer gerne offensiv spielen. Das ist bekannt.

Ganz ehrlich. Wäre nicht Schmaddi sondern einer seine Vorgänger am Werk würde ich jetzt bissig anmerken, dass die meisten Absteiger nicht nur zu wenig Tore geschossen, sondern auch zu viele kassiert haben. Aber unser Management weiß schon, was es tut. Zumindest haben sie mich bisher vollends überzeugt.

Das einzige, was mich an den bisherigen Transfers stört ist, dass ich keine Ahnung habe, womit wir FC-Fans uns bis zum Saisonstart noch beschäftigen sollen. Es sind schließlich noch fast drei verdammt lange Monate bis Ende August. Und das ohne Transferspekulationen. Zum Glück haben Jörg und Jörg auch daran gedacht und für uns zur Ablenkung eine kleines Fußballturnier mit 32 internationalen Teilnehmern in Brasilien organisiert.

Danke auch dafür.

Fotos: Eduard Bopp & Herbert Bucco / upgradecologne.de

Ein Kommentar

  1. Alex

    … und Zoller, Kalas…
    Na da legen unsere FC-Bosse ja mal ein beachtliches Tempo vor. Man darf gespannt sein. 🙂

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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