System – Kölsche Ziege https://koelsche-ziege.de Eine weitere WordPress-Seite Sat, 30 Jan 2021 16:03:20 +0000 de hourly 1 Markus wurde am Anfang kritisiert. Ist er jetzt auf dem richtigen Weg? https://koelsche-ziege.de/markus-wurde-am-anfang-kritisiert-ist-er-jetzt-auf-dem-richtigen-weg/ https://koelsche-ziege.de/markus-wurde-am-anfang-kritisiert-ist-er-jetzt-auf-dem-richtigen-weg/#comments Fri, 30 Nov 2018 13:00:26 +0000 https://koelsche-ziege.de/?p=4038

Frage: Was haben Football Leaks und Markus Anfangs Spielsysteme miteinander zu tun? Auf dem ersten Blick nicht viel, auf dem zweiten Blick erhalten wir jedoch eine andere Perspektive auf die Gegenwart und relativiert jede bislang geäußerte Kritik in Richtung Markus Anfang. Aber später mehr… Markus Anfang ist in Köln angetreten mit der Absicht eine Mannschaft [...]

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Frage: Was haben Football Leaks und Markus Anfangs Spielsysteme miteinander zu tun? Auf dem ersten Blick nicht viel, auf dem zweiten Blick erhalten wir jedoch eine andere Perspektive auf die Gegenwart und relativiert jede bislang geäußerte Kritik in Richtung Markus Anfang. Aber später mehr…

Markus Anfang ist in Köln angetreten mit der Absicht eine Mannschaft zu formen, die im 4-1-4-1 ihre Gegner dominiert. Darüber hinaus sollte sie erfolgreich und attraktiv in ihrer Spielweise für den Zuschauer sein. Nehmen wir es vorweg: 12 Spieltage lang (bis zum Spiel beim HSV) ist dies nicht aufgegangen und erst durch den Wechsel in ein 3-5-2 wurde es zuletzt besser.

In Anfangs favorisiertem 4-1-4-1 war unser FC unterm Strich überfordert, die Spieler hatten genug mit sich selbst zu tun gehabt, eine Dominanz auf den Gegner auszuüben war schlichtweg unrealistisch. Im Gegenteil. Die Gegner hatten im Grunde leichtes Spiel mit dem FC. Ohne echten Spielmacher und ohne echte Idee im Spielaufbau war es leicht für den jeweiligen Gegner, dem FC die Räume zu verschließen. Hinzu kamen technische Mängel bei vielen Spielern hinzu, wodurch in den Aktionen das dringend benötigte Tempo gegen tiefstehende Gegner verloren ging. Und obwohl auf dem Papier nahezu jeder Gegner weniger Qualität besitzt als unser FC, war es für diese leicht, unser Mittelfeld zu überbrücken. Entweder wurde dieses mit einem langen Ball direkt überspielt oder es entstand im Zentrum ein Überzahlspiel für die Gegner.

So war unser FC vorne nicht dominant und hinten jederzeit anfällig.

Der Gegner wiederum konnte unseren FC leicht verteidigen und für sich selbst immer dann für Entlastung sorgen, wenn der FC mal im Ansatz so etwas wie Druck aufgebaut bekam. Es lag an der individuellen Qualität einzelner Spieler, dass unser FC viele Resultate positiv – wenn auch glücklich – gestalten konnte. Stellvertretend hierfür die Siege in Bochum (2:0) und St. Pauli (5:3). Es war einfach kein Zufall, dass in den Spielen gegen die weniger glamourösen Paderborner (3:5), Duisburger (1:2) und Heidenheimer (1:1) zu Hause ein einziger Punkt ergattert werden konnte; in keines dieser Spiele war die Favoritenrolle unseres FC erkennbar, geschweige denn die höhere Kaderqualität.

Am Mittwoch vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden saß ich mit Philipp, dem Chefredakteur dieses Magazins, zusammen. Wir unterhielten uns natürlich primär über unseren FC und ich stellte mir dabei wiederholt die Frage, wieso Markus Anfang so stur an seinem 4-1-4-1 festhält, obwohl der Kader in dieser Grundformation auf dem Spielfeld derzeit schlichtweg überfordert ist. Ich fragte, wieso er noch nicht in ein 3-5-2 gewechselt ist, was für diesen Kader logischer ist. „Mensch, das muss er doch als Trainer erkennen!“ waren meine verzweifelten Worte und Gedanken. Und als hätte er unsere Diskussion an jenem Abend mitverfolgt, beschloss Anfang zum Dresden-Spiel seine Grundformation in ein 3-5-2 zu verändern.

Spielsysteme sind relativ. Es ist immer entscheidend, wie ein System auf dem Feld interpretiert wird.

Anfang möchte Dominanz aufbauen, möchte dabei die Flügel nicht hergeben. Im 4-1-4-1 hatte der Gegner jedoch leichtes Spiel diesen Plan zu unterwandern. Der FC stand breit, war im Zentrum jedoch häufig in Unterzahl, da die Mannschaftsteile zum Teil zu weit auseinander standen, und so – wie oben bereits beschrieben, konnte der Gegner sich sehr schnell von den Angriffsversuchen unseres FC befreien. Die technischen Mängel und die fehlenden Ideen im Spielaufbau taten ihr Übriges. Da die Gegner in Liga 2 jedoch regelmäßig über geringere Qualitäten verfügen als unser FC, war es leicht die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das 3-5-2 für mehr Stabilität und vielleicht sogar für so was wie Dominanz führen würde.

Die Gegner unseres FC greifen regelmäßig mit sehr wenigen Spielern an. Ein vierter Mann in der Defensivreihe ist vom Grundsatz daher eine Verschwendung. Eine Dreierkette hat zudem den Vorteil, dass die Spieler darin näher zueinanderstehen. Die vom Gegner oftmals gespielten langen Bälle zur Überbrückung des Mittelfeldes können so leichter verteidigt werden.

Ein Fünfermittelfeld dagegen ermöglicht es auch weiterhin breit zu stehen und die Flügel besetzt zu lassen, verengt durch den hinzugekommenen Mann jedoch das Mittelfeldzentrum. Für die Gegner ist es hierdurch schwieriger Überzahl zu erzeugen, erst recht, wenn die Angriffe vorsichtig mit wenig aufrückenden Spielern vorgetragen werden. Da es dem Gegner dann nicht mehr allzu häufig gelingen wird, sich durch Vorstöße in der Defensive zu entlasten, wird dieser in der Regel sich sogar einige Meter tiefer in die eigene Hälfte fallen lassen, um wenigstens die Räume so eng wie möglich zu machen. Das Fünfermittelfeld bietet dann die Chance den Gegner in seiner Hälfte „einzukesseln“. Im 4-1-4-1 wird die Dominanz in der Regel spielerisch, mit Tempo, mit Präzision und mit Wucht in den eigenen Aktionen erzeugt. Im Fünfermittelfeld erzeugt man bei tiefstehenden Gegner Dominanz über die Raumaufteilung, die eigenen Schwächen im Aufbauspiel können so gegen qualitativ schwächere Gegner kaschiert werden.

Da der Gegner tiefer stehen und umso bemühter sein wird die Räume eng zu halten, ist ein zweiter Angreifer erforderlich. Im besten Fall ergänzen sich beide Angreifer derart, dass sie sich gegenseitig regelmäßig die Räume öffnen, indem sie für die gegnerische Defensive durch rotierendes Spiel untereinander und durch die Unterstützung der dann offensiv agierenden Außen im Mittelfeld nicht greifbar sind.

Dass die Spiele gegen Dresden (8:1) und in Darmstadt (3:0) dann klar gewonnen werden, war trotz Systemwechsel dennoch nicht zu erwarten, bestätigt jedoch, dass der aktuelle Kader zu diesem System derzeit besser passt.

Und was hat das jetzt mit Football Leaks zu tun?

Markus Anfang wurde zeitweise trotz Tabellenführung zum Teil stark kritisiert. Armin Veh beschrieb die Stimmung im Umfeld so, als wäre man Zehnter in der Tabelle und nicht Erster. Für mich war es ebenfalls unverständlich, wieso Anfang so lange an einem weniger vorteilhaften System festhielt, so dass auch ich die Entwicklung kritisch verfolgt habe. Die Kritik – egal wie berechtigt oder unberechtigt diese auch sein mag – muss jedoch zwingend relativiert werden. Zum Einen ist Anfang noch nicht allzu lange Profitrainer, so dass man ihm auch zugestehen muss Fehler machen zu dürfen. Lernt er hieraus und zieht die richtigen Schlüsse ist doch alles gut, anders funktioniert das nicht. Auch Guardiola hat einst Fehler gemacht, aus denen er dann seine Schlüsse gezogen hat, auch wenn es dabei nicht um Aufstiege ging, sondern gleich um Meisterschaften. Zum Anderen – und jetzt sind wir endlich bei den Lehren aus Football Leaks – der Fußball ist in den letzten Jahrzehnten um ein vielfaches kommerzieller geworden, als wir bislang hätten vermuten können.

Ein Blick in unseren Ligen zeigt, dass die sogenannten Traditionsmannschaften auf einen stark absteigenden Ast sind. Ob Eintracht Braunschweig, TSV 1860 München, Karlsruher SC, 1. FC Kaiserslautern (jetzt alle 3. Liga) oder der ehemals „unabsteigbare“ HSV und nicht zuletzt unser FC (während der HSV erstmals in Liga 2 ist, sind für unseren FC in den letzten Jahren die Auf- und Abstiege leider zu einer Gewohnheit geworden), all diese Traditionsmannschaften leiden unter der starken Kommerzialisierung des Fußballs. Durch die fehlende Öffnung bzgl. des 50+1-Konstrukts (dies spiegelt jetzt nicht meine Meinung wieder, sondern ist ein Fakt, den es festzuhalten gilt) ist es für neue und alte Investoren leichter „Nicht-Traditionsvereine“ neu zu strukturieren und nach oben zu finanzieren (die bislang erfolgreichsten sind RB Leipzig und TSG 1899 Hoffenheim), als sich in Traditionsvereinen zu engagieren, wo die bereits existierenden Strukturen (und an denen traditionell gehalten wird) für einen Investor eher ein Hindernis als eine Chance darstellen (siehe auch die Schwierigkeiten Kühnes beim HSV).

Es ist daher fast schon unerheblich in was für Spielsysteme sich Traditionsvereine bewegen, die kommerziell nicht hinterherkommen, da der sportliche Niedergang letztlich nur verlangsamt wird. Es fehlt schlichtweg am Geld, um sich qualitativ wieder nach vorn zu entwickeln und wieder konkurrenzfähig auf höchstem Niveau zu werden und es dann auch zu bleiben. Und fehlt die benötigte Qualität, kann auch ein noch so guter Trainer wenig ausrichten. Werden wir uns dieser Entwicklungen nicht bewusst, dann wird ein Trainer stets den Preis dafür zahlen, dass in Traditionsvereinen Anspruch und Wirklichkeit immer mehr auseinanderdriften und die Entwicklung würde durch häufige Trainerwechsel auch nicht unbedingt gefördert werden. Wenn ein Trainer, ein Management also nicht klar ein unlösbares Problem darstellen, dann muss die Antwort von daher Beständigkeit heißen. In diesem Sinne

Come on FC!

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Was ich bei Peter Stöger gegen Ende am meisten vermisst habe war ein zu erkennendes Konzept auf dem Platz. Ein Spielsystem mit der man zumindest gegen schwächere Gegner auch mal das Spiel dominieren und kontrollieren kann. Jetzt haben wir Markus Anfang und ein System. Dominanz, Ballbesitz und attraktiven Fußball soll es uns bringen. Also alles [...]

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Was ich bei Peter Stöger gegen Ende am meisten vermisst habe war ein zu erkennendes Konzept auf dem Platz. Ein Spielsystem mit der man zumindest gegen schwächere Gegner auch mal das Spiel dominieren und kontrollieren kann. Jetzt haben wir Markus Anfang und ein System. Dominanz, Ballbesitz und attraktiven Fußball soll es uns bringen. Also alles das, was uns in der letzten Saison fehlte. Das hört sich erst einmal gut an.

Andererseits habe ich zum Thema Spielsystem und Konzepttrainer eigentlich nur zwei Worte zu sagen.

Stale Solbakken

Klar ist es gut alles auf ein Konzept zu setzen, wenn das Konzept aufgeht. Genauso wie es richtig ist, als auf rot zu setzen, wenn dann tatsächlich rot kommt.

Was mich an Solbakken an meisten gestört hat, war gar nicht sein Konzept. Das hörte sich wie bei Markus Anfang in der Theorie sogar ziemlich gut an und er hatte es ja auch bei einem kleineren Verein in einer kleineren Liga bereits erfolgreich umgesetzt. Was mich gestört hat war das absolute Fehlen eines Plan B. Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, ob es diesen aus Arroganz oder mangelnder Kompetenz nicht gegeben hat.

Aber ich weiß noch, wie der FC seine Gegner immer und immer wieder völlig frei flanken ließ. Immer und immer wieder.

Es ist ja nicht so, dass ich Markus Anfang und seinem System keinen Erfolg gönne. Ich fände es sogar fantastisch, wenn es klappen würde. Allerdings gibt mir der Saisonbeginn nicht allzu viel Hoffnung. Von dem groß angekündigten System habe ich nämlich noch nicht viel erkennen können. Was ich aber gesehen habe, waren viele Gegner, die viel zu frei flanken konnten. Und gegnerische Stürmer, die sich in unserem Strafraum viel zu frei bewegen konnten.

Vor allem die Verbindung zwischen Abwehr und dem Rest der Mannschaft scheint überhaupt nicht zu funktionieren. Zehn Gegentore nach fünf Spielen sprechen da eine deutliche Sprache. Sogar der MSV Duisburg auf dem letzten Platz hat weniger Tore kassiert. Klar haben wir auch die meisten Tore geschossen. Aber hier gilt wie auf dem Platz. Das Gesamtbild passt (noch?) nicht. Das sollte sich schleunigst ändern. Doch wie gesagt. Ich habe da meine Zweifel.

Hoffentlich irre ich mich und Markus Anfang belehrt mich eines Besseren. Falls nicht hat er hoffentlich einen vernünftigen Plan B und ist auch bereit, notfalls darauf umzuschwenken. Wobei. Wenn ich noch einmal darüber nachdenke, dann hoffe ich sogar ein bisschen mehr auf Plan B. Denn selbst wenn der Plan funktioniert, die Mannschaft das System verinnerlicht und die zweite Liga dominiert, bleibt es eben die zweite Liga. In welcher Köln ohne jeden Zweifel eine der Topmannschaften ist. Und für Topmannschaften scheint mir dieses System durchaus geeignet. Diese zweite Liga würden und wollen wir dann aber verlassen.

Wir würden uns also in der Bundesliga wiederfinden. Mit einer Mannschaft, die ein System verinnerlicht hat, um schwächere Gegner zu dominieren. Wer soll das in der ersten Liga sein? Und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, wie es ausgehen würde, wenn wir es mit diesem System und unserem Kader gegen die Bayern probieren.

Deswegen bin ich gegen ein striktes System und für mehr Flexibilität.

Foto: Eduard Bopp / fotobopp.de

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Neue Saison, neues Leitmotiv: Nicht stehen bleiben! https://koelsche-ziege.de/neue-saison-neues-leitmotiv-nicht-stehen-bleiben/ https://koelsche-ziege.de/neue-saison-neues-leitmotiv-nicht-stehen-bleiben/#comments Tue, 06 Sep 2016 10:32:08 +0000 http://koelsche-ziege.de/?p=3731

Mehr Punkte und eine größere taktische Variabilität Eine Sommerpause voller Fußball (Europameisterschaft, Olympia) geht vorüber und der Fußballalltag hat uns spätestens mit den Spielen im DFB-Pokal der letzten Woche wieder. Es ist also an der Zeit sich wieder näher mit unserem FC zu befassen. In meinem letzten Beitrag vom 11.06.2016 habe ich beschrieben, wieso der [...]

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Mehr Punkte und eine größere taktische Variabilität

Eine Sommerpause voller Fußball (Europameisterschaft, Olympia) geht vorüber und der Fußballalltag hat uns spätestens mit den Spielen im DFB-Pokal der letzten Woche wieder. Es ist also an der Zeit sich wieder näher mit unserem FC zu befassen.

In meinem letzten Beitrag vom 11.06.2016 habe ich beschrieben, wieso der FC meiner Ansicht nach „bereit für den nächsten Schritt“ ist. Voraussetzung hierfür seien das Zusammenhalten des Mannschaftsgerüsts und eine größere taktische Variabilität.

Die Transferperiode verlief bislang optimal. Das Gerüst des Teams konnte zusammengehalten werden und der Kader durch solide und/oder interessante Neuzugänge erweitert werden. Zudem hat das Trainerteam um Stöger – wie im letzten Beitrag vermutet – in der Sommerpause an taktischen Alternativen gearbeitet.

Soweit aus den Testspielen erkennbar war galt taktisch das Augenmerk einem 3-5-2. Obwohl die Testspiele recht erfolgreich verliefen, war die Umsetzung des 3-5-2 noch zu fehlerbehaftet. Wie bereits in den letzten Spielzeiten, als in den jeweiligen Trainingslagern Alternativen zum standardmäßigen 4-2-3-1 getestet wurden, tut sich unser FC sichtlich schwer neue taktische Varianten umzusetzen. Es wäre daher wünschenswert, wenn auch im Laufe der Saison die Alternativen zum 4-2-3-1 oder 4-4-2 solange trainiert werden, bis sie verinnerlicht sind. Manchmal brauchen die Spieler eben mehr Zeit, aber diese Zeit sollte zwingend investiert werden, das erscheint mir für den nächsten Schritt alternativlos. Im Moment würde unser FC gegen die meisten Bundesliga-Kontrahenten im bisher vorgetragenen 3-5-2 massive Probleme bekommen, erst recht, wenn der Gegner das Tempo anzieht.

Wieso ist diese taktische Variabilität nun so wichtig? Unser FC ist taktisch durchschaubar. Je öfter der FC beobachtet wird, desto mehr Schwächen fallen auf. Folglich wird es für die gegnerischen Teams immer leichter sich auf den FC einzustellen. Besitzt der FC dann nicht eine viel höhere individuelle Klasse als sein jeweiliger Gegner, dann werden die Spiele immer komplizierter werden, sprich es wird immer schwieriger die jeweiligen Gegner zu besiegen, da man während eines Spiels permanent reagieren muss und immer weniger selbst agieren kann (gelingt es dem Gegner die Schwachpunkte zu nutzen und wird der FC hierdurch gezwungen permanent zu reagieren, dann wird es umso schwieriger aktiv die eigenen Stärken auszuspielen). Es liegt in der Natur einer Taktik, dass diese früher oder später entschlüsselt wird. In der Regel eher früher. Das spanische Tiqui-taca, das erst nach etwa 6 Jahre endlich vollumfänglich verstanden und entschlüsselt werden konnte war da eine einzigartige Ausnahme, die auch deshalb zur einzigartigen Ausnahme wurde, weil die Interpreten eine herausragende individuelle Klasse besaßen und sie immer wieder neue kreative Lösungen auf dem Feld fanden, auch wenn ein Gegner dem Tiqui-taca etwas entgegen zu setzen hatte. Es ist daher sicher auch kein Zufall, dass das Ende der Vormachtstellung des Tiqui-taca mit dem personellen Umbruch der spanischen Nationalmannschaft einhergeht. Dem Tiqui-taca konnte man schwer entgegentreten, aber eben auch deshalb, weil Spanien über individuell herausragende Fußballer verfügte. Mit ihrem Austritt oder Karriereende hinterließen sie in der Nationalmannschaft ein Loch, welches Spanien in Ermangelung ähnlicher herausragender Akteure bislang nicht stopfen konnte. Wer weiß, wie lange Spaniens Erfolgsserie dank des Tiqui-taca weiter angehalten hätte, wenn ein Xavi und ein Iniesta weiter gemeinsam hätten spielen können ohne altern zu müssen.

Aber nun zurück zu unserem FC: Bislang gab es in der Ära Stöger/Schmadtke eine kontinuierliche sportliche Weiterentwicklung. Damit diese Weiterentwicklung voranschreitet muss das Team taktisch flexibler werden, ohne Wenn und Aber. Geschieht dies nicht, wird es einen sportlichen Rückschritt geben. Meine Prognose lautet daher: Gelingt die taktische Weiterentwicklung, so wird unser FC die 43 Punkte der Vorsaison ausbauen und sich bei ca. 50 Punkten einpendeln. Ob dies dann für einen Europa League-Platz ausreichen wird, wird sich dann zeigen, aber der Erfolg sollte nicht mit dem Erreichen eines Europapokalplatzes definiert werden, da das Erreichen eines solchen Platzes auch von der Kaderstärke der anderen Vereine abhängt. Zurzeit sehe ich neben Bayern München, Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach, auch Bayer Leverkusen, den FC Schalke 04 und den VfL Wolfsburg besser aufgestellt. Wenn einer dieser Klubs schwächeln sollte, dann könnte unser FC jedoch mit ca. 50 Punkten davon profitieren. Gelingt die taktische Weiterentwicklung jedoch nicht, dann wird es einen Rückschritt geben und der FC wird gar Mühe haben 38-40 Punkte zu erreichen.

Ich traue unserem FC eine tolle Saison zu, aber meiner Einschätzung nach wird diese eben nicht nur von der Einstellung und der Leistungsbereitschaft eines jeden abhängig sein, sondern eben auch von einer gewissen Unberechenbarkeit auf dem Platz. Das Gerüst des Kaders ist seit Jahren zusammengewachsen und eingespielt, der Kader wurde kontinuierlich in seiner Breite optimiert, die Spieler haben bereits letztes Jahr bewiesen, dass sie mit Drucksituationen umgehen können und sie sich vor keinem verstecken müssen. Zudem hat der Verein mit guten Strukturen sportliche und wirtschaftliche Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Auf dieser Grundlage ist es nun nicht mehr nur „genug“ den Klassenerhalt anzupeilen, sondern es muss der nächste Schritt gemacht werden. Daher sollte das Leitmotiv für die kommende Saison lauten: Nicht stehen bleiben!

In diesem Sinne, come on FC!

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