Patrick Helmes und Tony Ujah als Sturmduo sind in der zweiten Bundesliga ungefähr so, als würden in der ersten Liga Mandzukic und Lewandowski gemeinsam für einen Verein auflaufen. Zumindest in der Theorie und vermutlich auch auf der Playstation. Schließlich muss man dort wie Jörg Schmadtke im Express richtig gesagt hat, eigentlich nur oft genug aufs Tor schießen, dann geht bei Kalibern wie Ujah oder Helmes schon einer rein. Und trotzdem ist unser mit Abstand bester Torschütze überraschenderweise Marcel Risse.

Denn in der Realität haben unsere beiden Topstürmer (und das schreibe ich tatsächlich ohne jede Ironie) seit 481 Minuten und damit fünf Spielen und einer knappen Halbzeit nicht mehr getroffen. Das hat mehrere Gründe. Patrick Helmes ist offensichtlich noch nicht topfit, hier macht sich wohl die mangelnde Spielpraxis der Vergangenheit bemerkbar. Tony Ujah ist noch dazu eher ein Wühler und Kämpfer als ein wirklicher Knipser. Außerdem sind die beiden nach Helmes spätem Wechsel noch nicht komplett eingespielt. Vermutlich trifft auch Matthias Scherz Aussage aus dem Kölner Stadtanzünder zu. Der nämlich meint, dass die beiden als Stürmertypen nicht zusammenpassen. Weil sie sich seiner Meinung nicht ergänzen. Und um den Kölner Boulevard komplett zu machen, liefert die Bild heute Graphiken, die belegen sollen, dass Helmes und Ujahs Laufwege viel zu oft identisch sind.

Und trotzdem ist das nicht wirklich die Erklärung. Denn ehrlich gesagt glaube ich, dass die Unterschiede zur Playstation in diesem Fall gar nicht so groß sind. Wenn Ujah und Helmes oft genug aus aussichtsreicher Position aufs Tor schießen, dann werden sie mit ihren Qualitäten auch zwangsläufig irgendwann die Nüsse machen. Doch dafür müssen sie eben erst einmal aufs Tor schießen. Und genau das passiert einfach viel zu selten.

Nur woran liegt das? Vor allem am Mittelfeld, denn es kommen einfach zu wenig gute Pässe. Von tödlichen Pässen will ich gar nicht reden. Es kann doch nicht sein, dass wir gegen Mannschaften wie Bochum und Ingolstadt, die gefühlt mit zwölf Mann verteidigen und zerstören schon ab der 50ten Minute fast nur noch auf die englische Art flanken. Denn auch hier greift meiner Meinung nach das Playstationprinzip. Wenn Spieler wie Pezko, Risse, Halfar und seit dieser Saison ja auch wieder Herr Lehmann ihre Qualitäten konstant abrufen, dann sollte es doch möglich sein, auch gegen Abwehrbollwerke mit Technik und Zusammenspiel Chancen eben weniger zu erkämpfen, sondern zu erspielen.

Fast wie auf der Playstation also. Nur neu laden geht in der Realität leider nicht. Deswegen vergessen wir jetzt die Spiele gegen Bochum und Ingolstadt und widmen uns den Hamburgern. Vor allem das Spiel gegen Pauli wird sich zeigen, ob Peter Stöger die Probleme der letzten beiden Spiele abstellen kann. Das Spiel gegen den HSV ist ja letztlich nur ein Bonus und nicht mit dem Zweitligaalltag zu vergleichen. Denn da sind wir kein Favorit und der HSV wird sich ganz sicher nicht hinten reinstellen. Und das sollte uns doch eigentlich liegen.
Wobei wir auf der Playstation gegen den HSV vermutlich keinerlei Chance hätten   🙂

Foto: © Herbert Bucco / upgradecologne.de

Ein Kommentar

  1. Alex

    Tja, es ist schon komisch. Da hat man die beiden Top-Stürmer der Liga und es klingelte auch gleich im ersten, gemeinsamen Spiel. Seitdem… wenig. Klar, in der letzten Zeit spielen sie auch meist einzeln und nicht mehr gemeinsam. Aber bei den letzten beiden Spielen, haben die Gegner auch meistens den „Bus geparkt“ und man kam einfach nicht mehr durch. Und bei solchen Betonmauern ist es eben auch – und nicht nur für die Stürmer – für das Mittelfeld schwierig. Denn in den vorigen Partien hat mich Risse, Halfar, Peszko und Co. überzeugt.
    Ich hoffe einfach auf wieder mitspielende Gegner und dann klappt das auch wieder mit den „Nüssen“.

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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