Die kölsche Ziege ist ein Geißbock!

Soviel ist klar. Aber warum eigentlich. Was hat der 1. FC Köln mit einem Geißbock am Hut? Ursprünglich nichts, bis zwei Faktoren auftraten, die zum EFFZEH passen wie das Kölsch. Karneval und Zirkus. Besser als mit diesen drei Worten kann man den 1. FC Köln eigentlich nicht beschreiben.

Es begab sich jedenfalls im Februar 1950, exakt zwei Jahre nach der Clubgründung.  Auf der jährlichen Karnevalssitzung des Vereins schenkte Zirkus-Chefin Carola Williams dem FC einen kleinen Geißbock als Glücksbringer, der spontan nach Spielertrainer Hennes Weisweiler getauft wurde. Ab dann ging seine Karriere steil bergauf. Schließlich nehmen wir Kölner ernst, was im Karneval geschieht. Zumindest wenn es sich nicht um Heiratsversprechen und Liebeserklärungen handelt.

Schon im September 1950 tauchte Hennes jedenfalls erstmals auf dem FC-Wappen auf. Ein Jahr später erhielt das Vereinsmagazin den Zusatz „Der Geißbock“ und beim DFB-Pokalendspiel gegen den VfB Stuttgart am 17. April 1954 zeigte er sich erstmals als stolzes Wappentier auf dem FC-Trikot. Seitdem gehört die kölsche Ziege einfach zum EFFZEH wie Timmy der Hund zu den fünf Freunden.

Wobei der erste Geißbock natürlich längst im Fußballhimmel weilt. Aus heutiger Sicht unverständlich wurde nach seinem Tod überlegt, seinem Nachfolger einen anderen Namen zu geben. Oscar und Heinzchen standen damals tatsächlich zur Diskussion. Oscar? Heinzchen? Ich kann die Entrüstungsschreie förmlich hören. Völlig zu Recht, denn der Geißbock kann einfach nur Hennes heißen.

Andererseits…

So erstaunlich es klingt, gab es damals tatsächlich gute und auch aus heutiger Sicht nachvollziehbare Gründe für eine Namensdiskussion. Schließlich trainierte Namensgeber Hennes Weisweiler damals nicht mehr den besten Club der Welt sondern grüne Ponys in Mönchengladbach. Das kam damals in Köln ungefähr genauso gut an wie heute. Zum Glück gab man dafür nicht dem Geißbock die Schuld. So hießen auch der zweite und alle darauf folgenden Geißböcke Hennes.

Aus Oscar wurde später ein freundlicher Polizist und Heinzchen wurde erst groß und dann ein Ketchup.

Copyright Foto: Wuestenigel

Weitere Infos:

Was ist das für eine Ziege? (Teil 1)

Was ist das für eine Ziege? (Teil 3)

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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