Köln will Helmes zurückholen.
Kaum entdeckte ich diese Schlagzeile gestern im Internet dachte ich:
Nicht schon wieder!

Ich habe überhaupt nichts gegen Patrick Helmes und finde er ist ein fantastischer Stürmer. Mein Gedanke bezog sich daher auf das Gerücht, nicht auf den Spieler. Gab es dieses Gerücht nicht mindestens in fünf der letzten sechs Transferperioden? Und natürlich blieb es immer ein Gerücht. Eigentlich völlig zu Recht. Zwar hat Helmes aus seiner Liebe zu Köln nie ein Geheimnis gemacht. Andererseits ist der gute Patrick aber zumindest gesund und in Topform ein aus meiner Sicht überdurchschnittlicher Erstligastürmer und verdiente dank Felix Magath beim VW-Club aus Wolfsburg ungefähr soviel pro Monat, wie der durchschnittliche FC-Spieler pro Jahr.

Mit anderen Worten hielt ich einen Wechsel für wenig wahrscheinlich. Trotzdem informierte ich mich pflichtbewusst bei transfermarkt.de. Dass der Wechsel dort mit einer Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent bewertet wurde und mit den Worten begann

Kein Witz und kein Hirngespinst! FC-Boss Wolfgang Overath (65) hatte sich schon vor sechs Monaten in BILD zur Helmes-Rückkehr geäußert: „Das wäre mein Wunsch“.

bestätigte mich in meiner eher skeptischen Einschätzung. Unglaublich aber wahr.
Der Thread „Patrick Helmes zum 1.FC Köln“ wurde tatsächlich schon am 26.09.2009 gestartet.
Noch unglaublicher. Heute und damit fast vier Jahre später verkündete der 1.FC Köln in Person von Jörg Schmadtke nun den Wechsel. Details stehen noch aus. Klar ist nur, dass Patrick Helmes eine Abfindung von Wolfsburg erhält, trotzdem auf einen Haufen Kohle verzichtet und für zwei bis drei Jahre unterschrieben hat. Mehr ist mir im Moment aber auch nicht wichtig.

Lieber Patrick, herzlich willkommen zurück in Köln.

Ich freu mich gerade wie Bolle, dass ich diesmal mit meiner Einschätzung so danebengelegen habe. Und wo wir gerade dabei sind. Vor nicht ganz einer Woche habe ich mit Ungeschlagen und doch Mittelmaß einen Beitrag geschrieben, der nur noch teilweise zutreffend ist. Denn nach dem 4:1 heute gegen Aue ist unser 1.FC Köln zwar immer noch ungeschlagen, aber eben kein Mittelmaß mehr. Nicht nur durch den Sprung auf den dritten Tabellenplatz, sondern auch weil der Sieg selbst in der Höhe absolut verdient war. In Kombination mit der Verkündung des Helmestransfers durch Schmadtke war der heutige Sonntag aus meiner Sicht wie ein gewaltiges Ausrufezeichen hinter das Saisonziel Aufstieg. Nicht nur vereinsintern, sondern auch in Richtung Konkurrenz.

Natürlich ist der Aufstieg weder durch den heutigen Sieg, noch durch die Tabellensituation und auch nicht durch die Verpflichtung von Patrick Helmes bereits in trockenen Tüchern. Doch nach den unzähligen Fragezeichen der letzten Jahre bin ich für jedes Ausrufezeichen dankbar.
Schön, dass mich der 1.FC Köln auch mal positiv überrascht. Gerne mehr davon.

Foto: © Herbert Bucco / www.ligafoto.de

4 Kommentare

  1. Alex

    Ein klasse Wochenende. Ein überzeugender Sieg, Helmes Rückkehr und folgendes Zitat gefällt mir auch außerordentlich gut – „Wir sind von Anfang an hinterhergelaufen, waren mit der Kölner Qualität schlicht überfordert. Ich hoffe, dass ihr bald verschwindet aus dieser Liga.“ – Ex-FC-Profi Falko Götz, jetzt Trainer im Erzgebirge.
    Ich hoffe auch, dass der FC bald aus der 2. Liga verschwindet. 🙂

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    • Kölsche Ziege [buebster]

      Es gibt ja Stimmen, ja sogar Plakate in der Kurve, die nicht von der Rückholaktion von Helmes überzeugt sind! Ich glaube einfach, dass er sich zum einen verändert hat und zum anderen unbedingt zurück wollte. Ich glaube, da tut sich grade was. Der FC macht im Moment einiges richtig und da scheint auch Spieler zu überzeugen, die vor ein paar jahren noch einen riesen Bogen um unseren Club gemacht hätten – zurecht übrigens! Ich bin ganz zuversichtlich für die Saison! Und spätetens, wenn der Pätti die Tore macht verschwinden auch die Plakate wieder!

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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