Da schlenderte ich nichtsahnend durch das Museum von Real Madrid im Estadio Bernabeu und versuche mich nicht vom Glanz der unzähligen Pokale oder dem dort allgegenwärtigen schmierigen Grinsen Cristiano Ronaldos blenden zu lassen. Kurz bevor sich mein Augenlicht endgültig verabschiedete, rettete mich ein unerwarteter und daher umso erfreulicherer Anblick.

Ein Geißbock und ein Puma friedlich auf einem schlichten weißen Trikot vereint.

Daneben eine Eintrittskarte, die die Anwesenheit eines FC-Trikots in dieser Halle des Fußballruhms erklärt.

Endspiel UEFA-Pokal 1986 Eintrittskarte 1.FC Köln - Real Madrid

1.FC Köln - Real Madrid

UEFA-Pokalfinale, unglaublich aber wahr. Vor gut 25 Jahren hatte der 1.FC Köln tatsächlich die Chance auf einen internationalen Titel. Der letzte Titel des 1.FC Köln liegt allerdings noch länger  zurück. 1983 gewannen wir im Pokalfinale gegen niemand geringeren als Fortuna Köln. Nicht glorreich, viele sagen sogar unverdient, aber wen interessiert das schon in einem Pokalfinale. Aus heutiger Sicht unverständlich fand dieses Finale übrigens nicht in Berlin, sondern im guten alten Müngersdorfer Stadion statt.

Drei Jahre später stand der 1.FC Köln also wieder in einem Finale und zwar im Uefa-Pokal, der damals noch nicht als Cup der Verlierer bezeichnet wurde. Auf das mit 1:5 deftig verlorene Hinspiel in Madrid folgte das Rückspiel in Berlin, dass der 1.FC Köln mit 2:0 für sich entschied. Schade, aber gegen Real Madrid durfte man auch damals schon mal verlieren. Heute dürfen wir von solchen Duellen ja leider nur noch träumen. Eine Frage bleibt aber noch.

Warum fand das Rückspiel des Uefa-Pokalfinale nicht in Köln statt?

Der Grund dafür ist so einfach wie traurig. Randale von Kölner Fans im Halbfinale gegen Waregem hatte hatten zu dieser unfreiwilligen Spielortverlegung geführt.

Was lernen wir daraus?

Das Problem mit randalierenden Fans beim 1.FC Köln ist nicht neu.

Diese Fans schaden dem Verein weit mehr als man manchmal denkt.

Denn nicht wenige der damals Beteiligten sind der Meinung, dass der 1.FC Köln das Hinspielergebnis in der Festung Müngersdorfer Stadion noch hätte drehen können.

Fotos: © Koelsche Ziege [philtek]

6 Kommentare

  1. Alex

    Danke für die schmierige Prinzessin. Kann den Ronaldo ja nicht ab. Aber hier geht es ja Gott sei Dank nicht um ihn, sondern um unseren FC.

    Ja, ich will gar nicht wissen, wieviel Geld bereits in Strafen zusammen kommt, was der FC bereits wegen sogenannter „Fans“ berappen musste. Hätte man sinnvoller investieren können.

    Aber ob sie in der Festung ein 5:1 gedreht hätte, ich weiss es nicht…

    Eines bin ich mir aber sicher, heute Abend gegen Pauli, werde ich 90min fiebernd am Fernseher hängen und hoffen, dass der Sprung auf Platz 5 klappt. Schaun’mer mal was unsere Diva diesmal vor hat.

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    • Koelsche Ziege [philtek]

      Was die Prinzessin angeht. Eine englische Zeitung schrieb, als er nach Spanien wechselte ungefähr folgendes.
      Er war unsympathisch, er war arrogant, er war weibisch.
      Aber verdammt noch mal, er war der Beste!
      Dem ist leider nichts hinzuzufügen. 😉
      Und ja, ich glaube auch nicht daran, dass der FC das Blatt zuhause noch gewendet hätte. Aber wenn man solche Spiele wie gegen Pauli ertragen muss, versucht man sogar, sich in vergangene Illusionen zu flüchten. 🙁
      Gruß
      Die kölsche Ziege

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  2. Trainer Baade

    Ja, über den Grund für die Verlegung hab Ich damals auch lange gerätselt, bis mieten die Antwort unterkam. Ich sag mal, da man es ja eh nicht beweisen kann, gegen dieses starke Madrid hätte Köln auch im eigenen Stadion keine Chance gehabt.

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    • Koelsche Ziege [philtek]

      Hallo Trainer und willkommen bei uns.
      Zugegeben wäre es wohl auch in Köln schwierig bis unmöglich geworden. Aber es wäre zumindest in Köln gewesen. Schon das haben diese Idioten damals kaputt gemacht.
      Gruß
      Die kölsche Ziege

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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