Am einem Samstagnachmittag im November um kurz vor halb sechs geschah etwas Einzigartiges.

Grundsituation: Nachspielzeit im Ponypark beim Stand von eins zu eins und Freistoß für den einzig wahren 1. FC Köln.

Die Torentfernung beträgt ungefähr 34 Meter (das sind 68 in D-Mark). Keine Entfernung für einen Direktschuss. Das weiß auch Yann Sommer und lässt nur eine zwei Mann Alibimauer aufstellen. Marcel Risse kümmert die Minimauer genauso wenig wie die Entfernung. Özcan tippt den Ball an und Risse schießt einfach. Und wie.

Der Ball verlässt seinen Vollspannaußenrist. Ich weiß, dass es das Wort nicht gibt, aber wie sollte man es besser beschreiben. Von jenem Vollspannaußenrist fliegt der Ball jedenfalls zielgenau in Richtung Winkel. Wenn auch nicht auf direktem Wege. Mal scheint er nach links abzudrehen, mal nach rechts. Dann wieder nach oben und unten. Ein Schuss wie ein schiefer Strich. Ein Flatterball im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu aber mit jeder Menge Wucht. Kurz vor Yann Sommer grinst der Ball den Torwart kurz an und donnert dann mit einem letzten lässigen Haken an Sommers Händen vorbei in die Maschen.
Um es ganz bescheiden zu sagen ein Weltklassetor. Ein Tor des Monats.

Ungefähr zwei Stunden später wird in der Sportschau das Tor des Monats verkündet. Natürlich wird es auch noch einmal gezeigt.

Die Torentfernung beträgt ungefähr 34 Meter. Keine Entfernung für einen Direktschuss. Das weiß auch Yann Sommer, der seltsamerweise ein Hoffenheim-Trikot trägt, und lässt nur eine zwei Mann Alibimauer aufstellen. Marcel Risse kümmert die Minimauer genauso wenig wie die Entfernung. Özcan, der seltsamerweise aussieht wie Matze Lehmann, tippt den Ball an und Risse schießt einfach. Und wie.

Der Ball verlässt seinen Vollspannaußenrist und fliegt zielgenau in Richtung Winkel. Wenn auch nicht auf direktem Wege. Mal scheint er nach links abzudrehen, mal nach rechts. Dann wieder nach oben und unten. Ein Schuss wie ein schiefer Strich. Ein Flatterball im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu aber mit jeder Menge Wucht. Kurz vor dem Einschlag grinst der Ball den Torwart kurz an und donnert dann mit einem letzten lässigen Haken an dessen Händen vorbei in die Maschen. Um es ganz bescheiden zu sagen ein Weltklassetor. Ein Tor des Monats. Und dazu wurde es auch gewählt.

Nur dass das Tor nicht aus dem Derby sondern aus dem Pokalspiel gegen Hoffenheim stammt.

Letztlich war das Tor gegen Mönchengladbach also nur eine nahezu perfekte Kopie.
Warum schrieb ich dann am Anfang von etwas Einzigartigem?

Weil es vermutlich noch nie jemandem gelungen ist, sein Tor des Monats am Tag der Wahl noch einmal zu kopieren. Verbessern ging ja auch nicht. Und vielleicht wird Marcel Risse auch der erste Spieler, der zwei Monate nacheinander mit einem identischen Tor zum Torschützen des Monats gewählt wird.

Er hätte es verdient.

So wie Leonardo da Vinci einen zweiten Louvre verdient hätte, wenn er die Mona Lisa noch ein zweites Mal so hinbekommen hätte.

Foto: © Eduard Bopp / upgradecologne.de

 

3 Kommentare

  1. Buebster

    Was für ein großartiger Bericht, was für ein großartiges vor, was für ein großartiger Verein, was für ein großartiger Ort für dieses großartige Tor, was für eine großartige Zeit, die wir da grade erleben!
    Ich möchte einen Kumpel zitieren, der ein neues Wort für alles, was so großartig ist und nur schwer in Worte zu fassen ist, kreierte:
    UNFASSLICH…

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  2. Alex

    Genialer Beitrag. Hut ab vor Risse, geniales Tor… geniale Momente mit diesem Effzeh. Weiter so & Dankeschön! Hach watt schön. Einfach unfasslich! 😀

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Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

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