In letzter Zeit gab es jede Menge guter Nachrichten über den 1. FC Köln.
Jörg Schmadtke hat für verhältnismäßig wenig Geld eine halbe U21- Nationalmannschaft verpflichtet. Anthony Ujah wurde offensichtlich sowohl in Bezug auf Torgefährlichkeit als auch seine Beliebtheit mindestens gleichwertig ersetzt. Mit Jojic soll mehr Gefahr durch Standards kommen.
Bittencourt kam aus dem Nix…

Alles scheint perfekt, alle sind happy, alle lachen, alle sind froh.

Unsere Transferpolitik wird sogar von unseren Gegnern gelobt. Stand der 1. FC Köln in der letzten Saison vor allem hinten sicher und vorne meist harmlos herum, soll nun der nächste Schritt gemacht werden.

Wir wollen die Mannschaft so aufzustellen, dass wir Punkte machen können und dabei gleichzeitig so offensiv wie möglich spielen Peter Stöger

Das hört sich toll an. Bemerkenswert ist aber vor allem, dass niemand daran zu zweifeln scheint, dass dieser Plan auch aufgeht.

Wir sind stärker als im letzten Jahr Timo Horn

Jörg Schmadtke hat das Auge für die Richtigen Werner Spinner

Und nicht nur die Neuen lassen positiv in die Zukunft blicken.
Peter Stöger lobt Simon Zoller:

Nominierung für die erste Elf verdient.

und Finne nach Testspiel-Sieg:

Schritt nach vorne gemacht

Es scheint fast, als hätte Peter Stöger mehr Kandidaten für die erste Elf, als jemals zuvor. Verletzt hat sich auch noch niemand. Alles scheint zu gut, um wahr zu sein. Ich neige fast dazu Philipp Hosiner Recht zu geben.

Man spürt, dass die ganzen Fans in der Stadt für den Verein leben. Jeder träumt schon von der Europa League. Es ist einfach irrsinnig schön, wie die Zuschauer mitfiebern. Philipp Hosiner

Ja, Europa League. Mindestens!

Schließlich haben wir in diesem Kalenderjahr schon zwei internationale Titel geholt.
FLORIDACUPSIEGER!
COLONIACUPSIEGER!
Beide Siege souverän und gegen nominell starke internationale Gegner errungen. Wer soll uns noch aufhalten? Europa League wird wenn überhaupt nur eine Zwischenstation.
Wenn man momentan nicht aufpasst, kommt spätestens nach fünf Kölsch schnell der klassische Kölner in einem durch.

Aber um ganz ehrlich zu sein, beginne ich gerade auch ohne Kölsch und ganz ernsthaft an eine erfolgreiche Zukunft des Effzeh zu glauben und genau das macht mir Angst. Denn in nunmehr 30 Jahren als FC-Fan habe ich schon viel zu oft geglaubt und wurde viel zu oft enttäuscht. Deswegen will ich nicht an den Erfolg glauben und enttäuscht werden, sondern mit nichts rechnen und dann positiv überrascht werden.

Warum zum Teufel fällt mir der Pessimismus so schwer?

Zum Glück haben wir ja noch Jörg Schmadtke:

Es nützt nichts, unrealistische Erwartungen zu wecken

und mein persönliches Mantra des großen zenbuddhistischen Guru

Andererseits hat ein weiterer Neuzugang auch Recht.

In meiner Heimat ist der FC ein großer Klub! Frederik Sørensen

In unserer Heimat auch!
Und irgendwann auch wieder in Europa!.

Schon ist der Optimismus wieder da.
Und die Angst.

Lasst die Spiele beginnen!

Foto: © Herbert Bucco / www.ligafoto.de

4 Kommentare

  1. Alex

    Ich kann es kaum erwarten, dass der Ball wieder rollt. Zuerst in Meppen, dann in der Bundesliga. Und ja, es scheint alles schön und gut zu sein. Hoffen wir, dass es nicht nur an unserer rosa-roten FC-Brille liegt. Auch ich habe schon privat „einstelliger Tabellenplatz“ in den Mund genommen, wobei ich doch einfach nur hoffe auf Platz 14+. Ich freue mich auf die Saison, auf den neuen Kader und bin gespannt wo wir landen werden. Denn egal was es am Ende wird, mir genügt Platz 14. Alles andere nehme ich gerne mit! 🙂

    Antworten
  2. Poldi One

    Angst ist was für Leverkusener.
    Wir sind erst übermütig, kriegen dann auf die Fresse und sind dann wieder übermütig! 😎
    Und jetzt soll es bitte losgehen!

    Antworten

Gib einen Kommentar ab

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

Über den Autor

Philipp Tekampe (philtek): Elf Tage älter als Ronaldo (der echte, nicht Cristiano) und sogar 15 Tage älter als Michael Ballack aber dafür auf den Tag genau 31 Jahre jünger als der Kaiser Franz Beckenbauer. Damit im perfekten Alter, um das Geschehen nicht mehr aktiv zu bestreiten, sondern vom Seitenrand zu kommentieren. Als Blogger, Schriftsteller und PR-Texter gibt er seinen Senf auch zu anderen Themen ab.

Vielleicht auch interessant