Wer am Samstagabend gegen Hannover im Stadion war, hat eine merkwürdige Stimmung erlebt.

Kaum Ultras. Keine Trommeln. Alles viel leiser. Aber nicht frei von Gesängen und Schlachtrufen. Der Support war spontaner. Und er kam von Leuten, die offensichtlich immer ihre Augen beim Geschehen auf dem Platz hatten und darauf reagiert haben. Die, die sonst immer die Stimmung machen, waren am Samstag nicht da. Die traurigen Ereignisse rund um das Spiel in Mönchengladbach haben für einen akustischen Flashback in die 90er Jahre gesorgt – so war das damals in Müngersdorf.

Alles nicht so gut organisiert. Aber früher war mehr Fußball.


Die Vereinsführung des FC steht in der Kritik, die Mitglieder einer unrühmlichen Ultra-Gruppierung per „Kollektivstrafe“ ausgeschlossen zu haben. Andere Ultras solidarsieren sich mit den ausgeschlossenen Boyz. Ein Großteil des Unterrangs Süd bleibt dem Spiel fern, um dagegen zu protestieren. Auch im Oberrang Süd wird über die Angemessenheit der Vereinsreaktion diskutiert.

Es ist bemerkenswert, wie viel Energie darauf verwendet wird, gegen eine völlig nachvollziehbare Entscheidung zu protestieren. Vor allen Dingen aber erstaunt, in welcher Form dagegen protestiert wird. Wie kommen Ultras, deren Credo es doch ist, die eigene Mannschaft bedingungslos zu unterstützen eigentlich darauf, den Support einzustellen?

Egal, was auch passiert – die rote Wand steht hinter Dir!

Wirklich???

Foto: © Eduard Bopp / upgradecologne.de

10 Kommentare

  1. Kölsche Ziege [philtek]

    Du wirfst eine gute Frage in den Ring.
    Die man vermutlich aber nur beantworten kann, wenn man Ultra ist und wie ein Ultra denkst.
    Ich verstehe es jedenfalls genauso wenig wie Du.
    Denn eines sollte doch jedem klar sein. Das wichtigste ist und bleibt der 1. FC Köln und nicht Fangruppierungen jedweder Art.
    Gruß
    philtek

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  2. Poldi One

    Fand die Stimmung auch nicht so schlecht. Aber Hannover ist in der Hinsicht ja kein Gegner. Bin gespannt wie es gegen Mannschaften mit lauten Fans oder auswärts aussehen wird.

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  3. Bockig

    Was nützt es dem FC immer wieder die Beste Stimmung zu haben , wenn ein paar Chaoten dem FC immer wieder Tausende von Euros kosten. Ich finde die Reaktion nachvollziehbar. Es wurde genug geredet…. Es geht nur übers Kollektiv um solchen Typen klar zu machen , dass der Verein im Vordergrund steht und nicht das eigene Ego.
    Immer wieder wird gesungen „zusammen sind wir stark , fc kölle“ … Haben ein paar Chaoten wohl immer noch nicht verstanden.

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  4. Alex

    So ist es. Der 1. FC Köln steht über allem – einem Einzelnen, einem Poldi und auch Fangruppierungen.
    Kollektivstrafen sind sicherlich nicht die schönste Art sich dafür entscheiden zu müssen. Wenn aber der gesuchte Dialog nicht fruchtet, muss auf kurz oder lang ein anderer Weg eingeschlagen werden.
    Dies ist nun geschehen, warten wir es ab und… die Stimmung war dennoch nicht übel und besser als bei manch anderen Clubs.
    So oder so, ich stehe hinter unserem Verein. Come on EFFZEH!

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  5. Kölsche Ziege [lecoqsportif]

    Bin sehr gespannt, wie es heute laufen wird: Zuerst das Spiel. Dann das Drumherum.

    Noch ein Gedanke dazu: Beim Pokalspiel in Trier habe ich mal beobachtet, dass es Leute gibt, die fast ausschließlich in die Kurve schauen und nur darauf warten, bis die Pyro gezündet wird…

    Somit gibt es gleich zwei Gruppen, die ich nicht verstehe: Die Selbstdarsteller unter den Ultras (gilt ja nicht für alle!) und zum anderen: deren Publikum.

    Schön, dass sich hier offensichtlich Andersdenkende zu Wort melden!

    Come on EFFZEH!

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      • Kölsche Ziege [lecoqsportif]

        Vor Ort. Ich denke, im Fernsehen kann man sowas nicht beobachten.
        Das Spiel stand damals wegen des Abbrennens von Pyro kurz vor dem Abbruch. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag Pyrotechnik. Allerdings nicht, wenn dadurch ein Pokalsieg des FC gefährdet wird. Das kritisierten damals auch andere Kölner Fans lautstark. Leider sahen sie sich einer Vielzahl von Beschimpfungen ausgesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen, die eigenen Leute zu verraten.
        Die eigenen Leute?? Meine Leute sind das nicht. Ich war wegen der Mannschaft da – wegen des FC. Es gab und gibt leider zu viel Aufmerksamkeit und zu viel Sympathie für die wenigen (!) Krawallbrüder in der Kölner Anhängerschaft.

      • Alex

        Dann waren wir gemeinsam im Stadion. 🙂
        Ja, Pyrotechnik finde ich auch immer wieder „wow“, siehe Istanbul:
        https://www.youtube.com/watch?v=nJ9nUkYoUls
        Nichtsdestotrotz sch*** gefährlich. 😉
        Und deinen Satz kann ich gerne unterschreiben, gefällt mir gut: „Meine Leute sind das nicht“. 😀

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