Als in unserer Whats-App-Gruppe die Meldung die Runde machte, der 1. FC Köln hätte Leonardo Bittencourt verpflichtet, musste ich direkt auf den einschlägigen Seiten im Internet nachgucken, ob dies nicht wieder eine der Enten ist, die in den Transferperioden gerade in Bezug auf unseren FC fast täglich angeflogen kommen. Und ich fand tatsächlich sowohl auf Kicker.de und auf dem Internetauftritt des EXPRESS die Bestätigung, dass es wirklich zu dieser spektakulären Verpflichtung gekommen war. Aber der Transfer wirft einige Fragen auf, die es zu klären gilt:

Wie kann es einem Fußballverein wie dem 1. FC Köln gelingen, einen Spieler wie Leonardo Bittencourt zu verpflichten?

Wir reden hier über einen talentierten,  U21-Nationalspieler, der auf zahlreichen offensiven Positionen einsetzbar ist. Er ist schnell und vor allen Dingen jung. Es dürfte genügend andere Vereine gegeben haben, die sich gerne die Dienste des Spielers Leonardo Bittencourt gesichert hätten. Warum also wechselt er gerade zum FC?

Wie kann es einem Fußballverein wie dem 1. FC Köln gelingen, einen solchen Transfer bis zur Verkündung des Wechsels geheim zu halten?

Eines ist in der Kölner Medienlandschaft schon immer an der Tagesordnung gewesen: Die wilden Spekulationen über mögliche Verpflichtungen des 1. FC Köln. Das war auch in dieser Sommerpause nicht anders. Aber der Name Leonardo Bittencourt ist kein einziges Mal ernsthaft in den Medien aufgetaucht. Es dürfte also sogar scheinbar immer gut informierte Zeitungen wundern, dass der FC Bittencourt unter Vertrag nimmt. Wieso aber ahnte niemand diesen Transfercoup?

Wie kann es einem Fußballverein wie dem 1. FC Köln gelingen, einen solchen Transfer bei einem geschätzten Marktwert (transfermarkt.de) von 6,5 Millionen € zu stemmen?

Wahrscheinlich wird die Ablöse bei nicht ganz diesen 6,5 Millionen € liegen, aber für deutlich weniger wird Hannover Leonardo Bittencourt auch nicht ziehen gelassen haben. Die FC-Kasse dürfte nach den Verpflichtungen von Frederik Sörensen, Dominique Heintz, Milos Jojic, Philipp Hosiner und Anthony Modeste so gut wie leer sein. Woher kommen also die Bittencourt-Millionen?

Die Antwort auf all diese Fragen heißt: Jörg Schmadke, Peter Stöger, Alex Wehrle und das Präsidium des FC, die momentan etwas ganz und gar Außergewöhnliches leisten. Sie sind im Begriff meinen 1.FC Köln wieder zu einem Club zu machen, zu dem man als Spieler gerne wechselt, bei dem endlich seriös gearbeitet wird, bei dem mit einem langfristig angelegten Konzept eine neue Ära attraktiven Bundesliga-, ja vielleicht auch internationalen Fußballs eingeleitet werden soll. Und – vielleicht mit das Wichtigste – der in nicht allzu ferner Zukunft schuldenfrei sein soll. Die Verpflichtung von Leonardo Bittencourt steht übrigens in keinem Widerspruch zu diesem Ziel. Die FC-Macher werden den Transfer sorgfältig geplant haben und hätten ihn nicht durchgezogen, wenn das Geld hierfür nicht vorhanden wäre.

Leonardo Bittencourt hat laut Hannover-Manager Dirk Dufner selbst um die Freigabe gebeten und bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt, wenn er sagt:

Es hat mich beeindruckt, wie der 1. FC Köln nach dem Aufstieg in die Bundesliga aufgetreten ist. Peter Stöger und Jörg Schmadtke stehen für Konstanz und haben einen klaren Plan, um diesen besonderen Club in eine sichere und erfolgreiche Zukunft zu führen. Ich bin überzeugt, dass wir gut zusammenpassen werden.Leonardo Bittencourt, 2015

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer: Lasset die Spiele beginnen – Schluss mit der Sommerpause – wir sind gerüstet – und das sogar ziemlich gut!

Come on FC!

Foto: © Eduard Bopp / upgradecologne.de

4 Kommentare

  1. Alex

    Ja, als ich die Meldung las, dachte ich auch zuerst einmal „Huch, wo kommt der denn jetzt her?!“. Aus heiterem Himmel und am Tag davor hieß es bereits, dass der FC komplett sei.
    Einmal mehr ein Zeichen, dass unsere oberen Männer ganze Arbeit leisten und der FC insgesamt auf einem tollen Weg ist.
    Ich freue mich auf die Saison und kann es kaum erwarten. Möge Platz 14+ rausspringen.
    Weiter so und Danke an alle Schmadtkes, Stögers, Jakobs, Wehrles & Co.

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Über den Autor

Christoph Braunisch (buebster): Geboren genau 14 Jahre und einen Tag nach dem großen Pierre Littbarski und ausgerechnet in dem Jahr, in dem die A-Junioren des 1.FC Köln die erste von insgesamt drei Vizemeisterschaften feiern konnten. Seitdem FC-infiziert und bei fast allen Heimspielen live am Start und bei Auswärtspartien meganervös vor dem Fernseher. Im Übrigen genau wie diverse große FC-Torhüter während des Sportstudiums vom großen Quäler Rolf Herings gepeinigt.

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